EU verspricht Geld für neue Balkan-Bahnverbindung & andere Verkehrsprojekte

Die Regierungschefs von sechs Balkanstaaten und EU-Vertreter trafen sich gestern in Trieste zur Balkankonferenz. [European Commission]

Die Balkankonferenz diese Woche hat die politischen Erwartungen nicht erfüllt, aber dennoch einige greifbare Ergebnisse in der Finanzierung regionaler Transportprojekte erzielt, allen voran der Eisenbahnverbindung zwischen den Hauptstädten Mazedoniens und Bulgariens.

Obwohl die beiden Länder eine lange gemeinsame Geschichte, eine Grenze und eine fast identische Sprache teilen, waren die 200 km voneinander entfernten Städte Skopje und Sofia noch nie per Bahn verbunden.

Ein Ergebnis der Balkankonferenz, die am Mittwoch in Trieste stattfand, ist der Vertrag über die gemeinsame Transportpolitik. Durch ihn soll die Westbalkanregion mit dem EU-Verkehrsmarkt verbunden werden. Dadurch werde „der Weg für Verbesserungen in der Infrastruktur sowie bessere Verkehrsdienstleistungen in der gesamten Region geebnet“, so eine Mitteilung der EU.

Darüber hinaus werde für mehr Stabilität gesorgt, die Investoren anziehen und den Wirtschaftswachstum der Region befeuern soll. Außerdem werden die Westbalkanstaaten darin unterstützt, „ihre nationalen Verkehrsgesetze mit denen der EU zu harmonisieren.“

Insgesamt habe man sich bei dem Treffen auf sieben neue Verkehrsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro geeinigt, die zum Teil von der EU mitfinanziert werden. Die neue Verbindung Skopje-Sofia ist dabei mit Kosten von 152 Millionen Euro das teuerste Unterfangen. Zu ihm steuert die EU mit 70 Millionen Euro fast die Hälfte bei.

Mazedoniens Premierminister Zoran Zaev zeigte sich mit den Ergebnissen in Trieste zufrieden: „Mazedonien ist einer der Gewinner des Gipfels. Uns wurde konkrete Unterstützung für unsere Infrasktruturprojekte zugesagt. Das ist sehr wichtig, um Mazedonien besser mit dem Rest der Region und mit Europa zu verbinden.“

EU bekräftigt Beitrittsperspektive für Westbalkan-Staaten

Auf der Balkankonferenz in Triest hat die EU hat die Beitrittsperspektive der Länder des Westbalkans bekräftigt.

Die bulgarische Presse zitierte Ministerpräsident Boyko Borissov mit der rhetorischen Frage, warum es im 21. Jahrhundert noch immer keine Eisenbahn- oder Autobahn-Verbindung zwischen Sofia und Skopje gebe.

Die Antwort ist, dass die vorherige Führung Mazedoniens unter der Partei VMRO-DPMNE und Nikola Gruevski eine alte jugoslawische Tradition fortgeführt hatte: Seit der Schaffung des jugoslawischen Königreichs und später des sozialistischen Jugoslawiens war die Hauptstadt Belgrad darauf bedacht, keine Annäherung zwischen Sofia und Skopje zuzulassen.