EU und Asean wollen Neustart bei Gesprächen über Freihandelsabkommen

Die EU und die südostasiatische Staatengemeinschaft Asean wollen ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen wieder aufnehmen. Diese sind 2009 abgebrochen worden. Insbesondere hatte sich die EU an Menschenrechtsverletzungen im Asean-Mitgliedstaat Myanmar gestört.

Beide Seiten verkündeten am Sonntag am Rande des Asean-Gipfels in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur in einer gemeinsamen Erklärung ihre Absicht, die Gespräche wieder auf den Weg zu bringen.

Die Verhandlungen waren 2007 begonnen, aber aufgrund von Unstimmigkeiten 2009 abgebrochen worden. Insbesondere hatte sich die EU an Menschenrechtsverletzungen im Asean-Mitgliedstaat Myanmar gestört. Im Jahr 2011 leitete Myanmar politische und wirtschaftliche Reformen ein.

Wie am Sonntag mitgeteilt wurde, sollen sich gegen Ende des Jahres Vertreter von EU und Asean treffen, um eine Bestandsaufnahme zu machen und die Schritte zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen zu erörtern. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sagte in Kuala Lumpur, die EU sei entschlossen, ein Freihandelsabkommen zwischen den Regionen auszuhandeln. „Aber es ist wichtig, dass es richtig gemacht wird“, fügte sie hinzu.

Während die Gespräche mit Asean auf Eis lagen, handelte die EU gesonderte Freihandelsabkommen mit den Asean-Mitgliedstaaten Malaysia, Vietnam, Thailand und Singapur aus. Neben diesen vier Staaten gehören Myanmar, Indonesien, Brunei, Laos, die Philippinen und Kambodscha der südsostasiatischen Staatengemeinschaft an.

Nach Angaben von EU und Asean ist die EU mit einem Handelsvolumen von 248 Milliarden Dollar (228 Milliarden Euro) der zweitgrößte Handelspartner der Asean-Staaten. Bei den ausländischen Direktinvestitionen in der Region ist die EU führend: Mit einem Umfang von 29,1 Milliarden Dollar stammt gut ein Fünftel der ausländischen Direktinvestitionen in Südostasien aus der Europäischen Union.