EU stellt Hilfspaket für Nigerias krisengeplagten Nordosten bereit

Im Nordosten Nigerias [@NigeriaNewsdesk/Twitter]

Der nigerianische Bundesstaat Borno leidet unter einer sich verschärfenden humanitären Krise. Die EU-Kommission hat nun ein Hilfspaket über 143 Millionen Euro zugesagt.

Die Situation im nordöstlichen Bundesstaat droht, außer Kontrolle zu geraten. Letzte Woche attackierten Kämpfer, die wahrscheinlich der Terrormiliz Boko Haram angehörten, die Stadt Maiduguri. Dies war der schwerste Angriff auf die Regionalhauptstadt seit eineinhalb Jahren. Präsident Muhammadu Buhari hatte vor sechs Monaten mitgeteilt, Boko Haram sei nach einer militärischen Kampagne „quasi besiegt.” Die Dschihadisten waren damals tief in den abgelegenen Sambisa-Wald in der Nähe der Grenze zu Kamerun verdrängt worden.

Maiduguri war das Epizentrum das achtjährigen Kampfes gegen Boko Haram. Die Lage ist mit Ausnahme einiger Selbstmordanschläge in den Vororten aber seit Anfang 2016 verhältnismäßig ruhig. Dem Versuch Boko Harams, ein Kalifat im Tschadbecken zu errichten, sind mehr als 20.000 Menschen zum Opfer gefallen.

Nigeria ist gemeinsam mit Somalia, dem Südsudan und Jemen eines der vier Länder für die dieses Jahr vor Hungersnöten gewarnt wird.

Weltbank-Bericht über die Schäden durch Boko Haram in Nigeria

Durch die Erhebung der Islamistengruppe Boko Haram sind laut einem noch unveröffentlichten Bericht der Weltbank in Nigeria bereits rund 20.000 Menschen getötet und Schäden in Höhe von 5,9 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) angerichtet worden.

Das heute angekundigte EU-Hilfspaket beinhaltet sowohl kurzfristige humanitäre Hilfe sowie langfristige Entwicklungs-Unterstützung. Es entspricht somit der Strategie für widerstandsfähigere Staaten und Gesellschaften in der ganzen Welt der Kommission, die vor einer Woche vorgestellt wurde.

Entwicklungskommissar Neven Mimica erläutere, das 143-Millionen-Euro-Paket werde zusätzlich zur derzeitigen Entwicklungshilfe in Nigeria eingesetzt. Es solle den ungefähr 1,3 Millionen Binnenflüchtlingen sowie den betroffenen Kommunen in und um Borno herum zugutekommen. „Unsere Unterstützung zielt nicht nur auf die direkten, zwingenden Bedürfnisse der Menschen, sondern sie wird auch langfristig Grundleistungen wiederherstellen, den Arbeitsmarkt stimulieren und Lebensunterhaltsmöglichkeiten schaffen, insbesondere für Frauen und junge Menschen”, so Mimica.

Christos Stylianides, der Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, erklärte, er habe das Land mehrmals besucht und das Leid und Elend der Terroropfer gesehen – ebenso aber auch die Willensstärke und Bestimmtheit, mit der die lokale Bevölkerung ihre Leben wieder aufbaue. „Diesen Willen, eine bessere Zukunft zu erschaffen, wird die EU unterstützen“, fügte er hinzu.