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07/12/2016

EU-Innenkommissar: Deutschlands Engagement in der Flüchtlingskrise ist gut

EU-Außenpolitik

EU-Innenkommissar: Deutschlands Engagement in der Flüchtlingskrise ist gut

Europa hat eine humanitäre Verantwortung

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Der für Flüchtlinge zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos hält es für richtig, dass Deutschland im vergangenen Sommer seine Grenzen geöffnet hat.

„Die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel entspricht unseren europäischen Grundwerten von Menschlichkeit und Menschenwürde“, sagte Avramopoulos dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). Deutschland habe in der Flüchtlingskrise „mehr als andere Verantwortung übernommen und besonders große Lasten geschultert“, sagte der EU-Innenkommissar.

Die EU brauche aber auch substanzielle Fortschritte, sagte Avramopoulos mit Blick auf die von den Mitgliedsländern zugesagte Umverteilung von 160.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien auf die anderen EU-Staaten. „Es ist klar, dass wir nicht da sind, wo wir sein sollten.“ An säumige Mitgliedstaaten werde Brüssel deshalb Mahnschreiben mit der Aufforderung versenden, die Umverteilung von Asylsuchenden aus Griechenland und Italien zu beschleunigen.

„Bisher wurden erst 208 Personen aus Griechenland und 257 aus Italien in andere Mitgliedstaaten verteilt. Das ist viel zu wenig“, sagte Avramopoulos dem Blatt. Zugleich begrüßte es der EU-Kommissar, dass sich die EU-Mitgliedstaaten in der vergangenen Woche auf Milliardenhilfen für Flüchtlinge in der Türkei einigten. „Unsere humanitäre Verpflichtung endet nicht, wenn die Türkei den Flüchtlingsstrom nach Europa eindämmt“, sagte der EU-Kommissar.