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30/07/2016

EU-Beitritt: Antrag von Bosnien und Herzegowina steht kurz bevor

EU-Außenpolitik

EU-Beitritt: Antrag von Bosnien und Herzegowina steht kurz bevor

Die Flagge von Bosnien-Herzegowina weht vor dem Parlament.

[ Jennifer Boyer/Flickr]

Ursprünglich wollte Bosnien und Herzegowina Anfang 2017 den Antrag stellen – nun bewirbt sich das Land schon im Januar um die EU-Mitgliedschaft. Obwohl sich etwa Bundeskanzlerin Merkel zuversichtlich gezeigt hatte, dürften die Verhandlungen schwierig werden.

Bosnien-Herzegowina will nach Regierungsangaben im Januar den Antrag auf einen Beitritt zur EU stellen.

Dragan Covic, der kroatische Vorsitzende des Präsidialrates, sprach am Donnerstag von einer historischen Entscheidung. Damit beschleunigt die Regierung ihren Kurs auf die Mitgliedschaft. Noch im Sommer nahm das Balkanland erst für Anfang 2017 einen Antrag in den Blick.

Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik gilt seit langem als Problemfall. Verantwortlich gemacht wurde dafür vor allem die mangelnde Zusammenarbeit der drei von Serben, Kroaten und Muslimen dominierten Landesteilen. Alle drei Gruppen bilden eine gemeinsame Regierung in Sarajewo.

Das Land mit seinen rund vier Millionen Einwohnern stagniert noch immer. Obwohl das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre mit zwei Prozent Hoffnung machen könnte, ist die Situation etwa auf dem Arbeitsmarkt schlecht. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 70 Prozent. Große internationale Unternehmen wie Daimler oder RWE machten in den vergangenen Jahren wegen der Korruption ihre Investitionspläne zückgängig.

Falls die EU die Bewerbung akzeptiert, können die Beitrittsverhandlungen beginnen. Beobachter erwarten, dass ein Beitritt des Landes vor 2025 unwahrscheinlich ist. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte in den vergangenen Monaten mehrfach die Beitrittsperspektive betont.