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03/12/2016

Brexit: Gegner und -Befürworter in Umfrage gleichauf

EU-Außenpolitik

Brexit: Gegner und -Befürworter in Umfrage gleichauf

Laut einer Studie würde ein Brexit das Wachstum in den Niederlanden bremsen.

[UK Parliament/Flickr]

Für den Ausgang der Volksabstimmung über Verbleib oder Austritt Großbritanniens aus der EU gibt es weiter keine klare Prognose.

Sowohl die Gegner als auch die Befürworter eines Brexit kamen laut einer YouGov-Umfrage für die Zeitung „Times“ auf 41 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet das einen Verlust von drei Prozentpunkten für die Gegner und einen Zuwachs von einem Punkt für die Befürworter. Die Briten stimmen am 23. Juni ab.

Auch die meisten anderen Umfragen der letzten Wochen haben auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hingedeutet. In den vergangenen zehn Tagen hatten wiederholt aber die Gegner eines Austritts die Nase leicht vorn gehabt.

Premierminister David Cameron macht sich seit Monaten für den Verbleib des Landes in der Europäischen Union stark. Nach seiner Einschätzung würde ein Ausstieg das Wirtschaftswachstum des Landes beeinträchtigen und zu steigender Arbeitslosigkeit führen.

Mehrheit deutscher Volkswirte gegen Brexit

In Deutschland ist eine Mehrheit der Volkswirte gegen einen Brexit, hat das ifo Institut in einer neuen Umfrage ermittelt. 85 Prozent sind dagegen, nur 10 Prozent befürworten ihn. „Dieses Meinungsbild passt erstaunlich gut zur Einschätzung der Experten aus dem World Economic Survey (WES) des ifo Instituts: Im April hatten wir über 700 Experten aus 113 Ländern zum Brexit befragt. 86,6 Prozent der Teilnehmer waren gegen den Brexit“, sagte Niklas Potrafke, der Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie.

Ein Brexit brächte laut 54 Prozent der Befragten des Ökonomen-Panels starke wirtschaftliche Nachteile für das Land, weitere 32 Prozent sehen geringe ökonomische Nachteile für das Vereinigte Königreich. Für die deutsche Wirtschaft befürchten 65 Prozent bei einem Brexit nur geringe ökonomische Nachteile, 12 Prozent immerhin erwarten starke Nachteile.