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06/12/2016

Bosnisches Dreier-Staatspräsidium bei Merkel

EU-Außenpolitik

Bosnisches Dreier-Staatspräsidium bei Merkel

Die Flagge von Bosnien-Herzegowina weht vor dem Parlament.

[ Jennifer Boyer/Flickr]

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt am Donnerstag das Dreier-Staatspräsidium von Bosnien-Herzegowina. Im Mittelpunkt des Treffens mit den Vertretern der bosnischen, der kroatischen und der serbischen Bevölkerungsgruppe unter dem amtierenden Vorsitzenden, dem bosnischen Muslim Bakir Izetbegovic, werden die bilateralen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Annäherung des Landes an die Europäische Union stehen.

Ein weiteres wichtiges Thema wird nach Angaben der  Bundesregierung die Lage in der Region vor der Westbalkankonferenz in Paris am 4. Juli sein. Merkel hatte bei ihrem Besuch in Bosnien-Herzegowina im Juli vergangenen Jahres die Einladung an das Dreier-Präsidium ausgesprochen.

Der Balkan-Staat ist auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende des Bosnien-Kriegs (1992-1995) noch gespalten in Kroaten, Muslime und Serben. Seit dem Abkommen von Dayton von 1995 ist Bosnien in eine bosnisch-serbische Teilrepublik und eine muslimisch-kroatische Föderation geteilt, die durch föderale Institutionen lose zusammengehalten werden. Eine Stärkung der
Zentralregierung, wie sie für eine Annäherung an die EU erforderlich wäre, stößt aber vor allem bei den bosnischen Serben auf Widerstand.