AU-Präsident Condé warnt Europa vor Abschottung

Präsident der Afrikanischen Union, Alpha Conde, warnt Europa vor Populisten und Abschottung. [EPA/OLIVIER HOSLET]

Der Präsident der Afrikanischen Union (AU), Alpha Condé, hat Europa vor einer Politik der Abschottung gewarnt.

„Man kann die Grenzen nicht schließen“, sagte Condé, der als Präsident Guineas den AU-Vorsitz turnusmäßig innehat, der „Welt“ (Freitagsausgabe). Mit Blick auf europäische Reaktionen zur Migration im Mittelmeer, sagte er: „Die einzige Konsequenz ist, dass Menschen sterben werden.“

Aktuell gebe es kein Gleichgewicht zwischen der Bekämpfung von Fluchtursachen und dem Grenzschutz, betonte Condé. „Erst wenn Afrika sich entwickelt und die Menschen dort Arbeit finden, werden sie bleiben“, sagte der AU-Präsident. Er ergänzte: „In Europa gibt es viele Ängste, die Populisten werden immer stärker.“

Condé lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür, Afrika während der deutschen G20-Präsidentschaft in den Fokus gestellt zu haben.

In diesem Jahr sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 100.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. 2247 Menschen kamen demnach bei ihrem Fluchtversuch ums Leben.