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06/12/2016

Angriff auf EU-Mission in Mali

EU-Außenpolitik

Angriff auf EU-Mission in Mali

Die EUTM Mali (European Union Training Mission Mali) wurde am Montag Ziel eines islamistischen Angriffs in der malischen Hauptstadt Bamako.

[EUTM]

Vier Monate nach der blutigen Geiselnahme in einem Luxushotel in Bamako ist in der malischen Hauptstadt erneut ein Hotel attackiert worden.

Der Angriff auf das Hotel, in dem auch das Hauptquartier der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali untergebracht ist, wurde am Montagabend aber abgewehrt, wie ein Vertreter der EU-Mission sagte. Mindestens ein Angreifer wurde getötet, von den EU-Armeeausbildern wurde niemand verletzt.

An dem Hotel waren am frühen Abend die ersten Schüsse gefallen, wie Augenzeugen und Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Wie ein Vertreter der EU-Mission sagte, hatten insgesamt vier Angreifer das Feuer eröffnet und in das Gebäude einzudringen versucht. Offenbar gab es demnach einen Heckenschützen unter den Angreifern. Einer der Angreifer sei „neutralisiert“ worden, nach den drei anderen werde gefahndet.

Die EU-Mission bestätigte den Angriff auf ihr Hauptquartier in Bamako. Es sei aber kein EUTM-Angehöriger verletzt oder getötet worden, teilte die EU-Mission, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, mit. Die EUTM Mali sichere nun das Gelände.

Nach Angaben von Augenzeugen wurde die Gegend um das Hotel weiträumig abgesperrt. Auch mehrere gepanzerte Fahrzeuge der UN-Mission Minusma und der malischen Armee fuhren vor. Nach Angaben aus malischen Armeekreisen könnte es sich bei einem der flüchtigen Angreifer um einen Selbstmordattentäter handeln. Die Regierung rief die Anwohner jedoch zur Ruhe auf. Die Sicherheitskräfte hätten die Situation unter Kontrolle, erklärte ein Berater von Präsident Ibrahim Boubacar Keita.

Erst im November waren bei einem islamistischen Angriff auf ein Luxushotel in Bamako 20 Menschen getötet worden. Das damals attackierte Hotel Radisson Blu liegt im selben Stadtviertel wie das Hotel, das von der EU-Mission EUTM genutzt hat.

Zu dem Anschlag im November hatte sich die Dschihadistenmiliz Al-Mourabitoun bekannt. Die Gruppe des gefürchteten Mokhtar Belmokhtar schloss sich im Dezember Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) an. Sie bekannte sich auch zu einem Angriff auf ein Luxushotel in der Hauptstadt des Nachbarlands Burkina Faso, bei dem im Januar 30 Menschen getötet worden waren.

Mali war nach einem Armeeputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff im Januar 2013 militärisch ein, um das Vorrücken radikalislamischer Kämpfer und anderer Rebellen vom Norden in den Süden des Landes, wo auch Bamako liegt, zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen.

Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die UN-Blauhelmtruppe Minusma, die immer wieder Anschlägen ausgesetzt ist und als gefährlichste UN-Mission der Welt gilt. Die EU-Ausbildungsmission EUTM Mali bildet im vergleichsweise ruhigen Süden des Landes einheimische Soldaten aus. Die Bundeswehr ist daran mit rund 200 Soldaten beteiligt und führt derzeit das Kommando.