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29/09/2016

An Türkei-Einreise gehinderter ARD-Journalist wieder in Kairo

EU-Außenpolitik

An Türkei-Einreise gehinderter ARD-Journalist wieder in Kairo

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich besorgt darüber geäußert, dass der Fernsehkorrespondent Volker Schwenck an der Einreise in die Türkei gehindert wurde.

Foto: Soeren Stache/dpa

Der Fernsehkorrespondent Volker Schwenck ist wieder in Kairo, wo er das dortige ARD-Studio leitet. Dem Journalisten war die Einreise in die Türkei verweigert worden.

Das teilte der SWR am Dienstagabend mit. Schwenck sei am Morgen am Flughafen Istanbul von türkischen Behörden festgesetzt und knapp zwölf Stunden festgehalten worden. In der ARD sagte Schwenck, er sei anständig behandelt worden, wisse aber immer noch nicht, warum er nicht ins Land gelassen worden sei. Juristen müssten klären, was genau ihm vorgeworfen werde.

In einem Tweet hatte Schwenck zuvor gemutmaßt, ob ein Zusammenhang mit seinem Beruf bestehe: „Endstation Istanbul. Einreise in Türkei verweigert. Es sei ein Vermerk an meinem Namen. Bin Journalist. Ein Problem?“

Ein türkischer Regierungsvertreter bestätigte, dass ein deutscher Journalist festgesetzt worden sei. Dieser habe absichtlich versucht, durch eine Einreise in die Türkei eine schwarze Liste zu umgehen. Weitere Details nannte der Regierungsvertreter nicht. Nach Angaben des SWR wollte Schwenck von Istanbul weiter in das türkisch-syrische Grenzgebiet, um dort mit syrischen Flüchtlingen zu sprechen. Schwenck sei bereits mehrfach in Syrien und dem Grenzgebiet zur Türkei für Dreharbeiten unterwegs gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich besorgt über den Vorfall geäußert. In wenigen Tagen wird sie in der Türkei erwartet.