Kosovo: Serbische Extremisten greifen Wahllokale an

In der geteilten Stadt Mitrovica drangen serbische Extremisten in Wahllokale ein, verprügelten Wähler und zerstörten Wahlurnen. Foto: dpa

Die Kommunalwahl im Kosovo ist von Einschüchterungen und Gewalttaten serbischer Extremisten überschattet worden. Wegen der Krawalle gingen Kräfte der internationalen Polizeimission in gepanzerten Fahrzeugen auf Streife.

In der ethnisch geteilten Stadt Mitrovica im Norden überfielen am Sonntag maskierte Männer drei Wahllokale, versprühten Tränengas und zertrümmerten Behälter für Stimmzettel. Die Stimmabgabe wurde daraufhin in der Ortschaft abgebrochen. Wahlhelfer brachten sich in Sicherheit.

Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die bei der Wahl half, zog 60 ihrer gut 200 Mitarbeiter in der Region ab. Wegen der Krawalle gingen Kräfte der internationalen Polizeimission in gepanzerten Fahrzeugen auf Streife. Nach der Stimmabgabe wurden Wähler von Serben beschimpft und gefilmt.

Die Wahl sollte eigentlich dazu beitragen, die ethnische Spaltung im Kosovo zu beenden. Die Mehrheit der Bürger sind Albaner, während im Norden zwischen 40.000 und 50.000 Serben leben. Das Kosovo löste sich im Jahr 2008 von Serbien los.

Die Regierung in Belgrad hatte zum ersten Mal zur Teilnahme an der Wahl aufgerufen. Als Belohnung hat die EU Beitrittgespräche in Aussicht gestellt, die im Januar beginnen sollen.

EURACTIV/rtr