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30/09/2016

Wie wirkt sich der Klimawandel auf ärmere Länder aus?

Entwicklungspolitik

Wie wirkt sich der Klimawandel auf ärmere Länder aus?

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2015 einigte sich die Welt auf ein historisches Abkommen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf maximal zwei Grad Celsius.

Geschichtlich betrachtet, sind die Industriestaaten für zwei Drittel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. Heutzutage produzieren Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen jedoch mehr als die Hälfte der derzeitigen Gesamtemissionen.

Die Erderwärmung trifft diese Länder weitaus härter als industrialisierte Volkswirtschaften.

80 Prozent der von Hochwasser betroffenen Menschen weltweit stammen aus nur 15 Ländern, allesamt Entwicklungs- und Schwellenländer.

Seit den 80er Jahren sind die weltweiten Meeresspiegel laut NASA um etwa 20 cm gestiegen und werden den Erwartungen nach bis 2100 um weitere 2,5 bis 10 cm ansteigen.

Zehn der 15 größten Wachstumsstädte befinden sich in tiefgelegenen Küstengegenden und sind vom Anstieg der Meeresspiegel besonders betroffen.

Die Erderwärmung wirkt sich jedoch auch auf andere Art stark negativ auf Entwicklungsländer aus.

So verschärft sie die Verbreitung von besonders in ärmeren Ländern vorherrschenden Krankheiten.

In Afrika allein könnten bis 2030 aufgrund des Temperaturanstiegs 90 Millionen Menschen Malaria ausgesetzt sein.

Die neuen Wetterverhältnisse werden die Landwirtschaft beeinträchtigen, einen der Hauptwirtschaftszweige in Entwicklungsländern.

Die Weltbank schätzt, dass es in Subsahara-Afrika zu einem 15-prozentigen Rückgang der Agrarerzeugnisse kommen wird. Für Südasien erwarten sie 18 Prozent Einbußen, für Europa zwei und die USA ein Prozent.

Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine globale Verantwortung. Arme Staaten werden jedoch finanzielle und technische Unterstützung von Industrieländern benötigen, um sowohl die Verlagerung hin zu einer CO2-armen Wirtschaft zu schaffen als auch Entwicklung zu fördern und die Armut zu senken.