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28/09/2016

Zyprischer EU-Kommissar wird Ebola-Koordinator

Entwicklungspolitik

Zyprischer EU-Kommissar wird Ebola-Koordinator

Soll den Kampf Europas gegen Ebola koordinieren: Der neue Kommissar Christos Stylianides. Foto: EP

Die EU will ihre Unterstützung im Kampf gegen die Ebola-Seuche weiter ausweiten. Die Maßnahmen gegen die in Epidemie in Westafrika wütende Epidemie soll künftig der neue zyprische EU-Kommissar Christos Stylianides koordinieren.

Europa hat einen Koordinator für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie ernannt. Der EU-Staats- und Regierungschefs wiesen am Donnerstagabend dem Zyprer Christos Stylianides diese Aufgabe zu. Er ist in der Kommission für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständig.

Der Posten des Koordinators war von den EU-Außenministern beschlossen worden, um Europas Hilfe für die am stärksten von der Epidemie betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone besser aufeinander abzustimmen.

Ratspräsident Herman Van Rompuy gab auf dem EU-Gipfel in Brüssel über Twitter bekannt, dass Stylianides den Posten übernehmen soll.

 

„Es gab einen klaren Ruf nach mehr Unterstützung für die betroffenen Länder“, sagte Van Rompuy nach der Sitzung des Rates am Donnerstag. Die Länder arbeiteten ihre Zusagen gerade endgültig aus.

Der 56-jährige Stylianides kündigte an, die von Ebola betroffenen Länder besuchen zu wollen und einen neuen Fahrplan für den Kampf gegen die Seuche auf den Weg zu bringen. „Als Arzt muss ich vor Ort sein, um mir eine Meinung zu bilden“, sagte er.

Der ausgebildete Zahnarzt ist seit diesem Jahr Europaabgeordneter und war zuvor Abgeordneter im nationalen Parlament von Zypern.

Mehr Gelder für Suche nach Impfstoff

Die EU-Kommission stellte am Donnerstag nochmals gut 24 Millionen Euro für die Suche nach einem Impfstoff und bessere Behandlungsmethoden bereit. Zusammen mit den Mitgliedstaaten hat Europa damit bisher Hilfe von rund 600 Millionen Euro versprochen, 107 Millionen Euro davon kommen aus Deutschland.

Mit der Ebola-Seuche haben sich der Weltgesundheitsbehörde (WHO) zufolge seit Ausbruch etwa 10.000 Menschen angesteckt. Etwa die Hälfte der Patienten starb an der Infektion. Die schwerste Ebola-Epidemie in der Geschichte hat vor allem Liberia, Sierra Leone und Guinea in Westafrika erfasst. Die Seuche wurde aber auch nach Spanien und die USA eingeschleppt. Insgesamt gab es in den Vereinigten Staaten bislang neun an Ebola erkrankte Menschen.

Erster Fall in Mali

Am Donnerstag gab es zudem den ersten Fall von Ebola in Mali. Es ist damit das sechste westafrikanische Land, in dem die Krankheit auftritt. Senegal und Nigeria wurden inzwischen wieder als Ebola-frei erklärt.

Nach Angaben des stellvertretenden Direktors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Keiji Fukuda, ist es in den Krisengebieten „unglaublich schwer, Pflegepersonal zu finden“. Nach WHO-Angaben haben sich bisher 443 Pfleger mit Ebola infiziert, von denen 244 gestorben seien.

Europäische Länder wie Deutschland wollen in den kommenden Wochen hunderte Ärzte und Pfleger in die Krisen-Regionen zu schicken. Um mehr Freiwillige dafür zu gewinnen, hatten die EU-Außenminister den europäischen Helfern am Montag eine zuverlässige medizinische Versorgung garantiert, falls diese sich mit der Krankheit anstecken sollten.

Die Afrikanische Union (AU) kündigte unterdessen an, mehr als tausend Pflegekräfte in die vom Ebola-Virus betroffenen westafrikanischen Staaten zu schicken.