Milliarden-Kosten für Entwicklungsländer durch Klimawandel

Wenige Tage vor dem Beginn des UN-Klimagipfels in Paris hat die Hilfsorganisation Oxfam vor dramatischen Folgekosten des Klimawandels für die Entwicklungsländer gewarnt.

Wenn die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter einen Wert von plus drei Grad Celsius erreichen sollte, werde dies für die Entwicklungsländer um das Jahr 2050 „Anpassungskosten“ im Umfang von 790 Milliarden Dollar (741 Milliarden Euro) pro Jahr verursachen. Hinzu kämen wirtschaftliche Einbußen von 1,7 Billionen Dollar, heißt es in einem Bericht der Organisation.

Die Weltgemeinschaft müsse stärker einschreiten, forderte die aus Uganda stammende Oxfam-Direktorin Winnie Byanyima. „Die Emissionen müssen stärker gedrosselt werden, die Ausgaben für das Klima müssen erhöht werden.“ Die Folgekosten müssten bei der Klimakonferenz in Paris im Zentrum stehen, damit für die Menschheit ein „besseres Klimaabkommen“ erreicht werde. Als Anpassungskosten werden in dem Oxfam-Bericht beispielsweise Veränderungen an der Infrastruktur, Umsiedlungen und Ausgaben für Warnsysteme berücksichtigt.

Angestrebt wird eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter. Der Unterschied von zwei zu drei Grad Celsius würde laut Oxfam eine Erhöhung der Kosten um 50 Prozent nach sich ziehen. Die Organisation fordert daher, dass in Paris ein Verfahren verabschiedet wird, um die Erderwärmung kontinuierlich zu überprüfen.

Der Weltklimagipfel (COP21) findet vom 30. November bis 11. Dezember in der französischen Hauptstadt statt. Vertreter aus 195 Staaten wollen dort ein neues weltweites Klimaabkommen zur Verringerung von Treibhausgasen aushandeln. Das Abkommen soll erstmals auch die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstoßes verpflichten. Vom Jahr 2020 soll es an die Stelle des Kyoto-Protokolls über Klimaänderungen von 1997 treten.