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21/01/2017

Merkel verspricht ärmeren Staaten neue Milliarden für Klimaschutz

Entwicklungspolitik

Merkel verspricht ärmeren Staaten neue Milliarden für Klimaschutz

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[Christliches Medienmagazin pro/Flickr]

Deutschland will seine Hilfe für die ärmsten Länder zum Schutz vor der Erderwärmung verdoppeln und damit eine entscheidende Hürde für einen Weltklimavertrag aus dem Weg räumen. Doch bislang ziehen nur wenige Industrieländer mit.

„Deutschland strebt an, seine internationale Klimafinanzierung bis 2020 bezogen auf 2014 zu verdoppeln“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag beim „Petersberger Klimadialog“ in Berlin.

Damit würden die Haushaltsmittel von zwei Milliarden auf vier Milliarden Euro jährlich steigen. Dazu käme noch die Verdoppelung der Kredite der staatlichen KfW-Bank auf drei Milliarden Euro von zuletzt 1,5 Milliarden Euro.

Die Weltgemeinschaft will ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zum Schutz vor Dürre oder Sturmfluten aufbringen. Der Fonds müsse gesichert sein, um am Jahresende beim UN-Klimagipfel in Paris das Ja der ärmeren Staaten zu bekommen, sagte Frankreichs Präsident François Hollande.

Hollande wird als französischer Staatschef Gastgeber der UN-Klimakonferenz in Paris sein, Merkel hat in diesem Jahr die G-7-Präsidentschaft inne. Auf dem Gruppentreffen im bayerischen Elmau wolle sie ein „anspruchsvolles Signal“ senden. Denn dem Klimafonds der UN fehlen nach Angaben der Weltbank noch 70 Milliarden US-Dollar.

In Paris will sich die Weltgemeinschaft auf ein Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit verständigen. Allerdings haben bisher erst 36 der rund 200 Staaten Zusagen zur Kürzung ihrer Treibhausgas-Emissionen gegeben.

Frankreich und Deutschland warnten daher vor zu hohen Erwartungen an das Treffen: „Paris wird nicht der Big-Bang mit dem alle Probleme gelöst werden“, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks. „Es wird der Start eines Klima-Marathons sein.“ Sie plädierte dafür, sich auf eine regelmäßige Überprüfung und Verschärfung der Kürzungspläne im Abstand von etwa fünf Jahren zu verständigen. Ziel müsse es sein, den CO2-Ausstoß der Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts auf nahe Null zu drücken.

Allerdings halten Wissenschaftler das Zwei-Grad-Ziel für kaum erreichbar, wenn nicht schnell die wachsenden CO2-Emissionen gestoppt und gesenkt werden. Diesen Anspruch hatte schon 2009 der Klimagipfel in Kopenhagen, der dann in nahezu allen Punkten scheiterte. Hendricks verwies nun auch darauf, dass die Erwartungen bei den Staaten realistischer als damals seien. Zudem würden Entwicklungs- und Schwellenländer nicht mehr allein die Industrieländer beim Klimaschutz in der Pflicht sehen.

„Wir sind stärker einig als wir vor Kopenhagen waren“, sagte Hendricks mit Blick auf die Debatten unter den 35 in Berlin versammelten Staatenvertreter, die den UN-Gipfel mit vorbereiten sollen. „Es hat mich insgesamt optimistisch gestimmt für Paris.“

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