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21/01/2017

Handelsabkommen mit der EU: Paraguay veranstaltet Mercosur-Vorbereitungstreffen

Entwicklungspolitik

Handelsabkommen mit der EU: Paraguay veranstaltet Mercosur-Vorbereitungstreffen

Entwicklungskommissar Neven Mimica (links) und der paraguayische Außenminister Eladio Loizaga.

[European Commission]

Paraguay hat derzeit die rotierende Mercosur-Präsidentschaft inne und ist Gastgeber einer Konferenz mit den Mercosur-Vollmitgliedern Argentinien, Brasilien und Uruguay. Nach Angaben des paraguayischen Außenministeriums wollen die Länder bei dem Treffen eine gemeinsame Position für ein Handelsabkommen mit der EU formulieren.

Derzeit findet in der paraguayischen Hauptstadt Asunción das Treffen der Koordinatoren des Mercosur statt, bei dem laut paraguayischem Außenminister Eladio Loizaga auch andere Themen wie der freie Warenverkehr innerhalb des Mercosur-Gebiets diskutiert werden.

Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela sind Mercosur-Mitglieder. Bolivien durchläuft derzeit ein Beitrittsverfahren.

„Es sind diese vier Länder, die an den Verhandlungen mit der Europäischen Union beteiligt sind. Wir müssen zusammengehen, denn der erweiterte Markt ist das Wichtigste, was wir mit der EU verhandeln werden“, so der Minister. „Genauso wie sie einen großen Markt mit 28 Staaten haben werden, gibt es heikle Produkte, die verhandelt werden müssen.“

Landwirtschaftliche Produkte seien für die südamerikanischen Länder von größter Wichtigkeit, so Loizaga. Industriell gefertigte Waren hätten eine ähnliche Bedeutung für die Europäer.

„Das ist ein Problem, das in seiner wahren Dimension bemessen werden muss“, so Loizaga.

Sein Land würde in „diesem Halbjahr“ eine Initiative an Uruguay heranführen, so der paraguayische Außenminister.

„Weil das Ziel von Mercosur der freie Warenverkehr ist, und in unserem Land Waren aus anderen Mercosur-Mitgliedsländern in Umlauf sind, wollen wir ebenfalls eine gleichwertige Zirkulation unserer Produkte“, erklärte Loizaga.

Beim EU-CELAC-Gipfel (CELAC: Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten) im Juni in Belgien verständigten sich die Außenminister der Mercosur-Staaten darauf, „schnell“ mit der EU einen Angebotsaustausch abzuhalten.

Nach Mercosur-Angaben liegt ihr Vorschlag für die Warenlieferung, Dienstleistungen, Investitionen und das öffentliche Beschaffungswesen bereits vor. Regierungsbeamten zufolge kann dieser Vorschlag aber nicht öffentlich gemacht werden, da die Europäer ihre internen Beratungen für einen Vorschlag noch nicht abgeschlossen haben.