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26/09/2016

Gelbfieber: EU entsendet neuen Sanitätstrupp nach Angola

Entwicklungspolitik

Gelbfieber: EU entsendet neuen Sanitätstrupp nach Angola

Luxemburgische Mitglieder des Europäischen Medizinischen Korps.

DG ECHO

Die EU wird ihr neues Medizinisches Korps auf seine erste Mission schicken. Im westafrikanische Angola sollen die Ärzte den Kampf gegen den Gelbfieberausbruch aufnehmen. EurActiv Brüssel berichtet.

Seitdem im Dezember 2015 der erste Fall von Gelbfieber in der angolanischen Hautstadt Luanda gemeldet wurde, sind 260 Menschen an der Krankheit gestorben. 2.000 Menschen sind offiziell erkrankt.

Als Reaktion auf die Ebola-Krise in Westafrika, die etwa 11.000 Menschen das Leben kostete, rief die EU im Februar dieses Jahres das Europäische Medizinische Korps (EMK) für Notfallsituationen ins Leben. Es ist Teil der Europäischen Notfallabwehrkapazität im EU-Katastrophenschutzverfahren. Im Rahmen des EMK stehen Gesundheitsteams aus neun EU-Ländern bereit:  Belgien, Luxemburg, Spanien, Deutschland, Tschechien, Frankreich, den Niederlanden, Finnland und Schweden. Dies ist sein erster Einsatz.

Der Gelbfieber-Sanitätstrupp wird sich aus deutschen, portugiesischen und belgischen Experten zusammensetzen. „Wir haben aus der Ebola-Krise gelernt“, betont Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, „Heute entsenden wir im Rahmen des Europäischen Medizinischen Korps das erste Team von Gesundheitsexperten. Sie werden die angolanische Regierung im Kampf gegen den Gelbfieberausbruch unterstützen und dabei eng mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie anderen internationalen Partnern vor Ort zusammenarbeiten. Gemeinsam können wir die Krankheit schneller verstehen und aufhalten.“

Laut Generaldirektion für humanitäre Hilfe (GD ECHO) wird das EMK-Team auf seinem zweiwöchigen Einsatz  die epidemiologischen Eigenschaften des Ausbruchs untersuchen und das Ausbreitungsrisiko abschätzen – auch außerhalb von Angola. Außerdem werden sie sich der Folgen für Angolareisende aus Europa annehmen, die in die EU zurückreisen, sowie natürlich die Ärzte vor Ort unterstützen.

Von Angola ausgehend soll sich das Gelbfieber schon vereinzelt nach China, Kenia, die Demokratische Republik Kongo und Mauretanien ausgebreitet haben. Die anfänglichen Symptome sind Rückenbeschwerden, Muskelschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Übertragen wird die Krankheit durch Mücken. Gelbfieber ist eine hämorrhagische Viruserkrankung, für die es zwar eine Impfung, jedoch keine Heilung gibt. Bereits 1971 und 1988 kam es in Afrika zum Ausbruch von Gelbfieber. Der Großteil Subsahara-Afrikas empfiehlt Reisenden inzwischen, sich vorher impfen zu lassen. Sechs von 24 Millionen Angolanern sind laut WHO-Angaben bereits gegen Gelbfieber geimpft.

Im Journal of the American Medical Association warnen US-amerikanische Ärzte, dies könne der Beginn einer weltweiten Krise sein. Denn es fehle ihnen zufolge an Impfstoffen, deren Herstellung ganze sechs Monate dauert.