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25/09/2016

BRICS-Länder lassen den Euro fallen

Entwicklungspolitik

BRICS-Länder lassen den Euro fallen

Indiens Premier Manmohan Singh, Chinas Präsident Xi Jinping, Südafrikas Präsident Jacob Zuma, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und der russische Präsident Wladimir Putin (v.l.n.r.) beim BRICS-Gipfel. Foto: dpa

Ende März trafen sich die fünf Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in Durban. Die BRICS-Länder streichen ihre Euro-Devisenreserven zusammen und wollen eine eigene Entwicklungsbank gründen. Das neue Geldinstitut soll die Dominanz des Internationalen Währungsfonds brechen.

Die fünf Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (kurz BRICS) haben sich dazu entschlossen, ihre Euro-Devisenreserven zu reduzieren. Vom 26. bis zum 28. März berieten sich die Präsidenten der Schwellenländer zum mittlerweile fünften Mal. Der Gipfel wurde diesmal in Durban abgehalten.

Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) verkauften die BRICS-Länder 2012 rund 45 Millarden Euro ihrer Euro-Devisenreserven. Nach dem Einschnitt macht der Euro nur noch 24 Prozent der BRICS-Reserven aus und ist somit auf dem niedrigsten Stand seit 2002 – als Euro-Münzen und Banknoten erstmals in Umlauf gebracht wurden.

Die Gipfel fand unter dem Motto: "BRICS und Afrika: Partnerschaft für Entwicklung, Integration und Industrialisierung" statt.

Der russische Fernsehsender RT berichtete, dass die "Großen Fünf" der Schwellenländer sich darauf einigten, ihre eigene Version einer Weltbank zu gründen. Der Schritt wird mit einer Desillusionierung der Länder mit dem Status quo der internationalen Finanzinstitutionen in Verbindung gebracht.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfond (IWF) bevorzugen weiterhin US- und europäische Präsidenten gegenüber den BRICS-Ländern. Zudem haben die USA 2010 ein Abkommen nicht ratifiziert, das es möglich gemacht hätte, mehr IWF-Mittel für die Entwicklungsländer bereit zu stellen.

"Vor kurzem sprachen wir über die Gründung einer Entwicklungsbank… Heute sind wir bereit es anzugehen", wurde der südafrikanische Präsident Jacob Zuma zitiert.

Einst ein lockerer politischer Zusammenschluss ist der BRICS-Block heute ein ernstzunehmender Herausforderer in der Weltwirtschaft. Derzeit repräsentieren diese Schwellenländer 40 Prozent der gesamten Weltbevölkerung und machen ein Fünftel des globalen BIPs aus.

Die fünf Länder besitzen Währungsreserven von 3,4 Billionen Euro und benötigen eine Institution, um diesen Reichtum zu sichern.

Dennoch sind die auf dem Gipfel beschlossenen Resultate bescheiden. Daran konnte auch die Teilnahme hochrangiger Delegationen, des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des chinesische Präsidenten Xi Jinping nichts ändern.

Hartnäckig hielt sich die Spekulation, dass die BRICS-Länder eine neue Währung als Alternative zum US-Dollar und dem Euro gründen wollten. Dies könnte die Nachfrage nach dem Dollar als Reservewährung mindern und somit den Wert des Dollars im Vergleich zu anderen Währungen mindern.

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Übersetzung: Christin Scheller

Links

EurActiv Brüssel: BRICS countries dump the euro, establish bank (2. April 2013)