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22/01/2017

Äthiopien: Resilienz-Maßnahmen gegen schwerste Dürre seit Jahrzehnten

Entwicklungspolitik

Äthiopien: Resilienz-Maßnahmen gegen schwerste Dürre seit Jahrzehnten

Die derzeitige Dürre ist für Äthiopien die schwerste seit Jahrzehnten. [World Food Programme]

Äthiopien trifft die verheerendste Dürrekatastophe seit Jahrzehnten – eine Folge des Wetterphänomens El Niño. Die Regierung arbeitet jedoch unermüdlich daran, das Land widerstandsfähiger zu machen und die Krise abzumildern. EurActiv Brüssel berichtet.

Zweimal in Folge blieb die Regenzeit aus. Auch der Sommerregen, der normalerweise 80-85 Prozent des Landes bewässert, fiel dieses Jahr besonders schwach aus. Dies zerstörte die Lebensgrundlage zahlreicher Menschen und ließ in sechs Regionen die Zahl der Unterernährten explodieren.

Die Krise steht mit den starken Ausmaßen des diesjährigen El Niño in Verbindung – einem Wetterphänomen, das das Wasser im pazifischen Ozean erwärmt. El Niño führte bereits zu stark reduzierten Niederschlagsmengen in dicht besiedelten Teilen des Landes.

Um die Folgen einzudämmen, setzt die Regierung auf die Mobiliserung von Ressourcen innerhalb des Landes und auf internationale Zusammenarbeit.

Die äthiopische Regierung hat den betroffenen Regionen bisher mehr als zwei Milliarden Birr (etwa 87 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt. Außerdem sagte sie 450.000 Tonnen Weizen zu und plant insgesamt eine Million Tonnen zu sichern.

Überschüssige landwirtschaftliche Produkte aus den südlichen Teilen des Landes wurden auf die betroffenen Regionen verteilt. Zusätzlich wird die Regierung auch weiterhin auf Mittel der Zentralbank und der Regionalstaaten zurückgreifen, um sich der Gefahren von El Niño anzunehmen.

Die derzeitige Dürreperiode ist laut dem Büro der Vereinten Nationen zur Koordinierung der humanitären Hilfe (OCHA) die schlimmste, die Äthiopien seit Jahrzehnten zu verzeichnen hat. Das Land hat jedoch bereits in den vergangenen Jahren seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürreschocks und Nahrungsmittelengpässen gestärkt.

In den letzten Jahren wies die äthiopische Regierung 70 Prozent des öffentlichen Kapitals der Landwirtschaft zu. So konnte seit 2000 die Armut auf dem Lande um 33 Prozent verringert werden.

Im Laufe der vergangen zehn Jahre verdoppelte sich außerdem die Größe des Straßennetzwerks, wodurch Landwirte einen besseren Zugang zu Märkten und Ersthelfer eine schnellere Verbindung zu abseits gelegenen Dörfern erhieten. Programme wie das Productive Safety Net Programme (PSNP) helfen dabei, die Ernährungssicherheit von Familien zu steigern.

Am 12. Oktober ließ die Regierung verlauten, dass die Zahl derer, die aufgrund von El Niño zusätzliche Hilfe benötigen, von 4,55 Millionen Menschen im August auf nunmehr 8,2 Millionen gestiegen ist.

Zu den betroffenen Gebieten zählen der Süden Tigris, der Osten Amharas, Afar, das Siti-Gebiet der Somali-Region, der Osten der SNNP-Region, Ost- und West-Hararge, Ars und West-Arsi sowie die südlichen Bale-Gebiete Oromias.

El Niño wird sich Schätzungen zufolge auf die ersten sechs Monate des Jahren 2016 auswirken.