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24/08/2016

Afrikanische Länder und EU-Staaten beschließen Regenwald-Schutz im Kongobecken

Entwicklungspolitik

Afrikanische Länder und EU-Staaten beschließen Regenwald-Schutz im Kongobecken

Regenwald im Kongobecken

[Greenpeace]

Sechs afrikanische Länder haben sich mit verschiedenen Geberländern der EU auf den Schutz der Regenwälder im Kongobecken geeinigt – nach dem Amazonas das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Welt. Man will mit dieser Initiative zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Armut lindern und den Klimawandel bekämpfen. 

Norwegen verkündete als erstes Geberland zwischen 2016 und 2020 pro Jahr 400 Millionen Kronen (42 Millionen Euro) für ein neues Projekt zum Schutz der Regenwälder im Kongobecken zu investieren. Das Geld soll aus Fonds kommen, welche die Norweger zuvor für Tropenwälder vormerkten.

Der Plan heißt Zentralafrikanische Waldinitiative und wurde bei UN-Gesprächen in New York vereinbart. Er umfasst sechs Länder der Region: Äquatorialguinea, die Demokratische Republik Kongo (DRC), Gabun, Kamerun, die Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik.

Geberländer sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und die Europäische Union. Brasilien fungiert als wichtigstes Land des Amazonasbeckens als Projektberater. Auch UN-Agenturen und die Weltbank sind involviert. Bis jetzt konnte die Kongoregion keine umfassenden Mittel für den Schutz ihrer Wälder gewinnen.

“Probleme anzugehen, welche die nicht nachhaltige Landwirtschaft, Holzenergienutzung, die Waldwirtschaft und die Infrastrukturentwicklung betreffen, werden die Hauptherausforderungen sein”, erklärt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in einem heute veröffentlichten Statement.

Das Projekt soll die illegale Abholzung und Verbrennung der Wälder zu verlangsamen. Sie sind überlebenswichtig für Millionen von Menschen und Lebensraum für bedrohte Tierarten wie Gorillas und Bonobos. Es ist ein Teil der Vorbereitungen auf die im Dezember in Paris stattfindenden UN-Klimaverhandlungen (COP21).

“Wir können (in Paris) ohne großangelegte Maßnahmen zum Schutz der Wälder auf der Welt keinen Erfolg haben”, sagt die französische Staatsministerin für Entwicklung, Annick Girardin. Bäume filtern Kohlendioxid aus der Luft, während sie wachsen. Sie setzen es frei, wenn sie verrotten oder brennen.

“Die DRC will zwei wichtige Wirkungen erzeugen: Emissionssenkungen und zusätzliche Vorteile hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung und der Armutsreduzierung”, erklärte der kongolesische Finanzminister Henri Yav Mulang in einer Stellungnahme.

Die Wälder in der Region bedecken eine Fläche von rund zwei Millionen Quadratkilometern, was der Größe Mexikos entspricht. Doch sie schrumpfen jährlich um 5.600 Quadratkilometer.

Die Konflikte in der Region schränkten in den vergangenen Jahren den Zugriff auf die Wälder ein. Stabilere Bedingungen bergen die Gefahr einer schnelleren Rodung der Wälder für landwirtschaftliche Zwecke.

Per Pharo, Leiter der internationalen Klima- und Waldinitiative Norwegens, sagte gegenüber Reuters: “Die größte potenzielle Gefahr für zentralafrikanische Wälder ist das Palmöl.” 

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