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30/09/2016

INFOGRAFIK: Die COP21-Beschlüsse auf einen Blick

Entwicklungspolitik

INFOGRAFIK: Die COP21-Beschlüsse auf einen Blick

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Auf der UN-Klimakonferenz in Paris einigten sich die Länder darauf, die durchschnittliche Erderwärmung auf weit unter zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Wie wollen sie dieses Ziel erreichen?

Ein Zielwert unter zwei Grad schien noch vor wenigen Monaten undenkbar. Nun ist jedoch die Frage, wie man diese Zusage einhält. Die Staaten versprechen, bis zum Zeitraum 2050-2100 ihre Nettoemissionen auf Null zu setzen. Laut Weltklimarat der UN müsste man die gesamten Treibhausgasemissionen bis 2070 eliminieren, um einen gefährlichen Anstieg zu vermeiden.

Die Staaten einigten sich, ihren Fortschritte alle fünf Jahre zu überprüfen. So will man die Erderwärmung auf unter zwei Grad halten. Die erste Überprüfung soll 2023 erfolgen. Die regelmäßige Überprüfung durch Satelliten-Screening ist eine exzellente Maßnahme, um jene Länder, die ihre Zusagen vergessen, wieder der Aufgabe zuzuwenden.

Die Finanzierung zur Unterstützung von Entwicklungsländern bei der Anpassung an den Klimawandel und dem Übergang zu sauberer Energie verlagerte man in den unverbindlichen Teil des Beschlusstextes. Demzufolge werden die Länder an einem klaren Fahrplan arbeiten, der die Klimafinanzierung ab 2020 auf 100 Milliarden Dollar im Jahr heben soll. Dies sehen viele als Zugeständnis an die USA. Denn das Land weiß, dass eine solche Finanzzusage am republikanisch-dominierten Senat scheitern würde.

Im Abkommen befasst man sich auch mit Schadesersatz, einem Mechanismus der sich auf die finanziellen Verluste von Staaten bezieht, die die Folgen des Klimawandels wie Extremwetterereignisse besonders stark zu spüren bekommen. Darüber hinaus beinhaltet das Abkommen auch eine Klausel, die als weiteres Zugeständnis an die USA gilt. Diese können nun sicher sein, dass vom Klimawandel besonders betroffene Staaten ihnen gegenüber keine finanziellen Ansprüche erheben können.

Auf Luft- und Schifffahrtsemissionen nimmt man im Abkommen keinen Bezug. Die internationale Luft- und Schiffahrt ist für einen genauso viele Emissionen verantwortlich wie ganze Industrieländer. Dennoch sind sie nicht Teil der Verpflichtungen des COP21-Abkommens. Die bei der COP21 diskutierten CO2-Einsparungen werden diesen Ausstoß nicht decken, da er nicht innerhalb der Grenzen eines bestimmten Landes entsteht.

Ein Kohlenstoffpreis findet im Abkommen keinen Platz: Ein solches System würde einen übermäßigen CO2-Verbrauch bestrafen. Ein klarer und vorhersehbarer Kohlenstoffpreis würde ein starkes Signal senden an Investoren, Verbraucher und Energieproduzenten, dass die Welt im Kampf gegen den Klimawandel ernst macht.