E-Mobilität – wirklich überall emissionsfrei?

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Warum Deutschland in der fossilen Energiefalle steckt, erklärt Prof. Dr. Ing. - habil. Günther Krause, Bundesverkehrsminister a. D. [dpa, Archiv]

Permanent überschlagen sich die Mitteilungen über Fahrverbote für Verbrennungsmotoren und die „heile Welt“ mit den E-Autos. Ist das wirklich so?

Beispiel 1: Norwegen hat einen Energiemix mit einem hohen Anteil an Wasserkraft sowie an Wind- und Sonnenenergie. Wenn die Elektronenergie im Mix wenig „Verbrennungsenergie“ aufweist, dann kann die Rechnung im Energiemix durch Elektromobilität verbessert werden.

Beispiel 2: Frankreich erzeugt mehr als achtzig Prozent der Elektroenergie in Atomkraftwerken. Fossile Energieträger sind deutlich in der Minderheit. Die Nutzung von Atomstrom reduziert den Schadstoff-Ausstoß, wenn E-Autos überdurchschnittlich eingeführt werden (Quote).

Beispiel 3: Und Deutschland? Über fünfzig Prozent der Energie (vor allem im Grundlastbereich) haben eine fossile Rohstoffbasis. Wird der Energieverbrauch durch Elektrofahrzeuge erhöht, ist die Emission in Ballungszentren geringer, aber die Emission insgesamt steigt!

Fazit: Mit dem Verzicht auf Atomenergie sitzt Deutschland in der fossilen Energiefalle. Mehr Elektroenergie bedeutet mehr Emission, die dann „nur“ an anderer Stelle sind. Vielleicht sollte bei der Dieseldiskussion in Deutschland nicht nur punktuell die Frage gestellt werden, wie in Stuttgart die Luft verbessert wird! Vielmehr wäre es sinnvoll, dann neu über Hybrid-Technologie in Deutschland nachzudenken, bis das fossile Zeitalter in der Energieproduktion in Deutschland nicht mehr bedeutsam ist.

Auch sind die modernen Entwicklungen in der Strahlungsforschung (Neutrino-Geisterteilchen) endlich ernst zu nehmen, da daraus eine neue Grundlastversorgung entwickelt werden kann, eine erneuerbare, grundlastfähige, emissionsfreie Energiezukunft!

Bundesverkehrsminister a. D., Prof. Dr. Ing. – habil. Günther Krause ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der Neutrino-Gruppe.

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