Millionen Kinder sterben jährlich an Umweltverschmutzung

570.000 Kinder sterben jährlich an den Folgen von Luftverschmutzung. [Foto: Anna Jurkovska/shutterstock]

Ein ungesundes Umfeld ist jedes Jahr für den Tod von 1,7 Millionen Kindern unter fünf Jahren verantwortlich, betont die Weltgesundheitsorganisation. EURACTIV-Kooperationspartner Journal de l’Environnement berichtet.

Am 6. März veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zwei Berichte, in denen sie feststellte, dass Luftverschmutzung von allen Umweltproblemen die häufigste Ursache für den Tod von Kindern ist. Dazu zählen atmosphärische und Innenraumluftverschmutzung sowie Passivrauchen. Etwa 570.000 Kinder sterben pro Jahr an den Folgen. An zweiter Stelle mit 361.000 Todesfällen stehen Durchfallerkrankungen, die durch den Mangel an sauberem Trinkwasser und schlechte Hygienebedingungen hervorgerufen werden.

Frühgeburten ­– ebenfalls im Zusammenhang mit Luftverschmutzung – bilden die drittgrößte umweltbedingte Todesursache (270.000), gefolgt von ansteckenden Krankheiten wie Malaria, die vor allem auf schlechte Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zurückzuführen sind. An ihnen sterben jährlich etwa 200.000 Kinder.

Pestizide und endokrine Disruptoren

Abgesehen von der schlechten Luft- und Wasserqualität warnt die WHO jedoch auch vor den gefährlichen Folgen, die es haben kann, wenn Kinder gewissen Chemieprodukten wie Pestiziden oder endokrinen Disruptoren ausgesetzt sind. Diese können zu Frühgeburten , bestimmten Krebserkrankungen (insbesondere Leukämie), Geburtsfehlern und in Fällen akuter Belastung sogar zu Vergiftungserscheinungen führen.

„Eine verschmutzte Umgebung ist tödlich, vor allem für Kleinkinder“, warnt WHO-Generalsekretärin Margaret Chan. „Ihre Organe, ihr Immunsystem, ihr gesamter Körper und ihre Atemwege sind noch im Wachstum begriffen, weshalb sie besonders anfällig für Verunreinigungen in Luft und Wasser sind.“

Weniger Todesfälle als 2002

Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick schockieren, scheint sich die Situation seit dem letzten WHO-Bericht zur Kindersterblichkeit mit Daten von 2002 zu verbessern. Damals kamen weltweit 12,7 Millionen Kinder verfrüht ums Leben – mehr als doppelt so viele wie 2012. 37 Prozent dieser Todesfälle gingen auf Umweltfaktoren zurück.

Die Internationale Entwicklungszusammenarbeit ermöglichte Fortschritte in genau diesen Problembereichen (zum Beispiel bei ansteckenden Krankheiten und Geburtsproblemen wie Frühgeburten, niedrigem Geburtsgewicht, usw.).

Von 1990 bis 2015 ging der Anteil mangelernährter Kinder von 25 Prozent auf 14 Prozent zurück. Im selben Zeitraum erhielten 2,6 Milliarden Menschen einen besseren Zugang zu sauberem Wasser und 2,1 Milliarden Menschen Zugang zu Toiletten. Das wiederum senkte die Zahl der Todesfälle unter Kindern von 1,2 Millionen 2000 auf 526,000 im Jahr 2012. Auch an Malaria starben 2015 etwa 58 Prozent weniger Kinder also noch 2000.