Emissionsausstoß in der EU steigt erstmals seit 5 Jahren

Das Kraftwerk Drax in Nord-Yorkshire ist der größte CO2-Emittent in Großbritannien. [Les Haines/Flickr]

Im Jahr 2015 war Großbritannien das EU-Land, das seine Treibhausgas-Emissionen am stärksten reduzierte. Neue Studien zeigen aber, dass sich der gesamte Ausstoß der EU zum ersten Mal seit fünf Jahren erhöht haben. Ein Bericht von EURACTIV-Medienpartner edie.net.

Eine Analyse der Europäischen Umweltagentur (EEA) zeigt, dass die gesamten Emissionen der EU im Jahr 2015 um 0,5 Prozent gestiegen sind. Hauptgründe seien ein erhöhter Heizbedarf wegen des kalten Winters sowie mehr Straßenverkehr.

Deweil hat Großbritannien seine Emissionen am stärksten reduziert. Insgesamt gehen 48 Prozent der gesamten Einsparungen der letzten 25 Jahre auf das Konto des Königreichs und Deutschlands. Im Jahr 2015 stieß Großbritannien 3,7 Prozent oder mehr als 19400 kt CO2-Äquivalent weniger aus als im Vorjahr. Das ist ein größerer Rückgang als der der acht anderen Staaten, die ihre Emissionen reduzierten, zusammen. Ein Hauptgrund für dieses Ergebnis ist der Wechsel in der Stromerzeugung von Öl und Kohle zu Gas.

Während die EU im Jahr 2014 eine Reduzierung der Treibhausgase um 4 Prozent schaffte, stiegen im Jahr 2015 die Werte in 19 Staaten. Die höchsten Anstiege gab es in Spanien, Italien und den Niederlanden. Im Gegensatz zu Großbritannien sei in diesen Ländern die Abhängigkeit von Kohle gestiegen.

Während die EU im Jahr 2014 eine Reduzierung der Treibhausgase um 4 Prozent schaffte, stiegen 2015 die Werte in 19 Staaten. Die höchsten Anstiege gab es in Spanien, Italien und den Niederlanden.

Es ist zu erwarten, dass viele Punkte der EU-Energiegesetzgebung während der Brexit-Verhandlungen in britisches Recht übertragen werden. Die ehemalige Energieministerin Andrea Leadsom hatte bereits angekündigt, dass die Energiepolitik nicht geändert würde. Dennoch fürchten einige, die Regeln könnten verwässert werden, insbesondere in den Feldern Transport und Heizen.

In der ganzen EU ist die Performance in diesen Feldern schlecht, so auch in Großbritannien. Das Land ist von dem Ziel, 12 Prozent der benötigten Heizenergie aus erneuerbaren Quellen zu generieren, noch weit entfernt. Im Transportsektor ist der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2015 sogar von 4,9 auf 4,2 Prozent gefallen. Die Analyse der EEA zeigt, dass Emissionen durch den Transport auf britischen Straßen tatsächlich um mehr als 2 Prozent gestiegen sind.

Transportemissionen stehen für 20 Prozent der EU-Gesamtemissionen. Die letzten Anstiege seien „ausschließlich” aufgrund von Dieselmotoren aufgetreten, so die EEA. Darüber hinaus seien auch die Emissionen aus dem Flugverkehr um 3,3 Prozent gestiegen.

Studie: CO2-Ausstoß weltweit kaum gestiegen

Trotz starken Wirtschaftswachstums ist der CO2-Ausstoß laut einer Studie weltweit stabil. Wie die Entwicklung unter US-Präsident Donald Trump aussehen wird, ist bislang unklar.

Entkopplung von Wirtschaft und Emissionen

Während in Großbritannien der Ausstoß von Treibhausgasen insgesamt gefallen ist, wuchs die Wirtschaft des Landes. Laut einem Bericht des Energy and Climate Intelligence Unit (ECIU) war das Königreich in den letzten 25 Jahren unter den G7-Staaten am erfolgreichsten darin, seine Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.

Das Word Resources Institute (WRI) bestätigt, dass Großbritannien zwischen 2000 und 2014 sechs Jahre mit „absoluter Entkopplung“ erlebte, in denen das BIP wuchs, während die Emissionen fielen. In diesen 14 Jahren sei das BIP insgesamt um 27 Prozent gestiegen und der CO2-Ausstoß habe um 20 Prozent abgenommen.

Die Gesamt-EU hat in der Periode 1990 bis 2015 ihre Treibhausgasemissionen um 22,1 Prozent gesenkt und somit das Ziel von 20 Prozent im Jahr 2020 übertroffen. Gleichzeitig wuchs die europäische Wirtschaft um ungefähr 50 Prozent.