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04/12/2016

Überfischung in Ostsee: Greenpeace fordert strengere Fangquoten

Energie und Umwelt

Überfischung in Ostsee: Greenpeace fordert strengere Fangquoten

Greenpeace fordert von der EU strengere Fangquoten gegen die Überfischung der Ostsee.

[abbilder/Flickr]

Die Umweltorganisation Greenpeace hat die EU aufgefordert, bei den neuen Fangquoten für Fisch strengere Begrenzungen festzulegen. Trotz der bedrohlichen Überfischung der Ostsee würden Länder wie Deutschland und Polen noch immer wissenschaftliche Empfehlungen ignorieren.

Vor der Entscheidung der EU über Fangquoten in der Ostsee hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace gefordert, die seit Jahren anhaltende Überfischung der Bestände zu beseitigen. Die in Luxemburg tagenden Fischereiminister müssten den „Teufelskreis“ beenden, „der die Meere entleert und die Zukunft von Fischergemeinden aufs Spiel setzt“, forderte Greenpeace-Fischereiexpertin Justine Maillot am Donnerstag. „Es ist Zeit, dass Europas Regierungen die Empfehlungen von Wissenschaftlern einhalten und die Überfischung ein für alle Mal stoppen.“

Die EU-Fischereiminister befinden einmal pro Jahr über maximale Fangmengen für die zehn wichtigsten kommerziell genutzten Arten in der Ostsee. Deutschland will bei dem Treffen in Luxemburg weniger starke Einschnitte beim Fang von Dorsch durchsetzen, den die EU-Kommission in der westlichen Ostsee um rund ein Drittel reduzieren will. Bei Lachs und Hering will Brüssel die Fangmengen dagegen anheben.

Er sei zuversichtlich, dass es in Luxemburg eine „zufriedenstellende Vereinbarung“ geben werde, sagte Luxemburgs Agrarminister Fernand Etgen, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Sie müsse sowohl dem Erhalt der Bestände als auch der Fischereiwirtschaft in den betroffenen Ländern Rechnung tragen. Greenpeace-Expertin Maillot kritisierte, dass die EU-Staaten im vergangenen Jahr die Entscheidung verschoben hätten, die Überfischung bei Dorsch in der westlichen Ostsee zu beenden. Die Lage beim Dorsch in der östlichen Ostsee sei noch umstrittener.

Die am meisten betroffenen Länder, darunter Dänemark, Deutschland und Polen, würden sich nun voraussichtlich erneut gegen die die wissenschaftlichen Empfehlungen für Begrenzungen stellen. Die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust forderte generell, das „jährliche Quotengeschacher“ der Fischereiminister zu beenden. Nötig seien „mehrjährige Managementpläne für die Fischbestände“, damit die Ostseefischer Planungssicherheit bekämen, um nachhaltig und erfolgreich zu arbeiten.

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