Studie: Deutschland verfehlt Klimaziele 2020 drastisch

Deutschland hat sich seine Klimaziele zwar gesteckt, erreichen wird es sie aber nicht. [Tennessee Valley Authority/Flickr]

Deutschland wird sein Klimaziel für 2020 einer Studie zufolge viel weiter verfehlen als bislang gedacht.

Statt den Treibhausgas-Ausstoß bis dahin wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, werde Deutschland nur rund 30 Prozent erreichen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts Agora-Energiewende. Die Bundesregierung hatte zwar bereits eingeräumt, das 40-Prozent-Ziel sei ohne zusätzliche CO2-Einsparungen nicht zu erreichen.

Allerdings war man nur von einer Lücke von etwa fünf Prozentpunkten ausgegangen. Agora zufolge ist der Grund für die neue Berechnung, dass die Wirtschaft stärker als erwartet zulege und die Bevölkerung wegen der Zuwanderung kräftig gewachsen sei.

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Die neue Bundesregierung müsse schnell nachlegen, um wenigsten noch in die Nähe der 40 Prozent zu kommen, sagte Agora-Direktor Patrick Graichen. “Nur 30 Prozent statt 40 Prozent weniger CO2 ist nicht ein bisschen daneben, das wäre eine krachende Verfehlung des Klimaziels für 2020.”

Die scheidende Bundesregierung hat ein Paket beschlossen, das unter anderem die praktische Stilllegung einer Reihe von Kohlekraftwerken auf Kosten der Stromkunden vorsieht. Eine neue Regierungskoalition hat bis 2020 jedoch nur noch wenig Zeit, weitere Vereinbarungen zu treffen, zumal vor neuen Einschnitten bei der Kohleverstromung zunächst eine Kommission ab 2018 tagen soll.

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Koalitionsverhandlungen werden aber auch unter dem Eindruck der Weltklimakonferenz stehen, die im November in Bonn stattfindet. Deutschland übernimmt hier die Gastgeberrolle für die Fidschi-Inseln, die besonders vom Klimawandel bedroht sind und die Präsidentschaft haben.

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