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17/01/2017

Städte und Regionen fordern Zugang zum Grünen Klimafonds

Energie und Umwelt

Städte und Regionen fordern Zugang zum Grünen Klimafonds

Die Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, Christiana Figueres

[Région Rhône-Alpes]

Auf einer Konferenz in Lyon haben sich Vertreter von Städten und Regionen in einer gemeinsamen Erklärung für einen besseren Zugang zum Grünen Klimafonds ausgesprochen. EurActiv Frankreich berichtet.

Nach einer zweittägigen Debatte beim Klimagipfel der Regionen in Lyon stellten die Teilnehmer nach dem Gipfelende am 2. Juli eine klare Forderung auf: Die größtmögliche Einbindung der Regionen und Gemeinden in die 21. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP21).

Nach dem Gipfel unterzeichneten 50 Organisationen eine gemeinsame Erklärung. Darin verpflichten sie sich, ihre Beiträge zur Bekämpfung der globalen Erwärmung nach vorne zu bringen. Die Unterzeichner der Erklärung vertreten über zwei Drittel der Weltbevölkerung.

„Ohne eine gebietsbezogenen Ansatz, wird es nicht möglich sein, den Klimawandel effizient zu bewältigen“, so die Erklärung.

Die Erklärung enthält keine konkreten oder verbindlichen Verpflichtungen. Doch die von den Städten und Regionen verabschiedete Erklärung hat die breite Unterstützung vieler verschiedener Netzwerke regionaler Gemeinschaften. Christiana Figueres, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), begrüßt diesen Ansatz des „sich Zusammenschließens“ für Klimaschutzmaßnahmen.

Regionale Zusagen „sollten ehrgeizige Beiträge nationaler Regierungen für ein robustes, verbindliches, gerechtes und universelles Abkommen in Paris unterstützen, das als klare Handlungsaufforderung zum Wohl der Allgemeinheit dient“, so die Erklärung

2020-Ziele

Die Verpflichtungen der verschiedenen Gemeindenetzwerke wie die State & Regions Alliance, werden „es uns ermöglichen, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 1,5 Gigatonnen zu reduzieren“, meint Ronan Dantec, ein französischer Senator und Mitorganisator des Gipfels.

Die Regionen könnten dem Senator zufolge ihre Zusagen bis zum UN-Klimagipfel im Dezember auf zwei Gigatonnen CO2-Einsparungen erhöhen.

Eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen um 1,5 Gigatonnen entspreche „15 Prozent der erforderlichen Anstrengungen“, um den Klimawandel zu stabilisieren, so der Senator.

Klimaschutzfinanzierung

Die Gipfel-Schlussfolgerungen konzentrieren sich auch sehr stark auf einen verbesserten Zugang zur Finanzierung des Klimaschutzes. Die europäischen Gemeinden sind derzeit sehr stark auf öffentliche Fonds aus nationalen und EU-Quellen angewiesen.

„Wir glauben, es ist entscheidend, dass lokale und subnationale Regierungen in Entwicklungsländern einen bevorzugten Zugang zu internationalen Einrichtungen wie dem Grünen Klimafonds bekommen“, so die lokalen Führungskräfte.

Auch der französische Außenminister Laurent Fabius unterstützt den Vorschlag. Er wird dem in Paris stattfindenden UN-Klimagipfel vorstehen. „Ich denke insbesondere an die Städte und Regionen im globalen Süden, die eine sehr starke Präsenz bei diesem Gipfel in Lyon waren“, sagte der Minister. Er unterstrich die Notwendigkeit für „finanzielle Solidarität mit Entwicklungsländern“.

Die Delegierten des Gipfels schrieben in ihrer Erklärung: „Wir glauben, es ist von Bedeutung, auszuloten, ob spezielle Fonds für lokale und regionale Maßnahmen schnell geschaffen werden könnten; die Einnahmen einer solchen Fazilität könnten direkt von den subnationalen Regierungen oder durch innovative finanzielle Instrumente zur Verfügung gestellt werden.“

Hintergrund

Die Verhandlungen über den Klimawandel begannen 1992. Die Vereinten Nationen organisieren seither eine jährliche Klimakonferenz.

Die 20. Klimakonferenz fand vom 1. bis 12. Dezember 2014 in der peruanischen Hauptstadt Lima statt. Paris ist der Gastgeber der 21. Klimakonferenz im Dezember 2015. Die teilnehmenden Staaten müssen dabei ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll erreichen, dessen Ziel die CO2-Reduzierung von 2008 bis 2012 war.