Spanien: Schlimmste Waldbrände seit fünf Jahren

Ein Löschflugzeug über einem Waldbrand in El Pardal, Albacete, Spanien, am 31. Juli 2017 [Marcial Guillen/EPA]

Brände haben in Spanien dieses Jahr bereits mehr als 75.000 Hektar Waldfläche zerstört – das ist europäischer Negativrekord. Ein Bericht von EURACTIVs Partner EFEAgro.

Laut Zahlen des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei, Umwelt und Lebensmittel sind durch Brände dieses Jahr die größten Waldschäden seit fünf Jahren entstanden. Die Daten umfassen den Zeitraum vom 1. Januar bis 13. August 2017.

Bisher habe es demnach dieses Jahr insgesamt 9.632 Vorfälle gegeben, darunter 5.816 Brandstiftungsversuche und 3.816 Feuer. Es gab 15 „große Feuer“ (mit einer betroffenen Fläche von 500 Hektar oder mehr), im Vergleich zu zehn in 2016, 13 im Jahr 2015 und sechs 2014. Die Brände 2017 haben insgesamt 75.026 Hektar Land verwüstet. Das sind 0,28 Prozent der gesamten spanischen Landfläche (allerdings wurden bei Bränden 2012 bis zu 0,6 Prozent zerstört).

Am stärksten betroffen war der Nordosten des Landes mit den Regionen Galizien, Asturien, Cantabria und dem Baskenland.

Ein europäisches Problem

Diesen Sommer traten neben Spanien auch viele Waldbrände in Portugal, Südfrankreich, Griechenland und Italien auf. Forderungen nach einer EU-Katastropheneinsatztruppe wurden laut.

Portugal: 2000 Menschen wegen Waldbränden eingeschlossen

Die schweren Waldbrände in Portugal haben 2000 Bewohner eines Dorfes im Zentrum des Landes eingeschlossen. Die umliegenden Dörfer wurden evakuiert.

Spanien hat bei den diesjährigen Bränden am meisten Waldfläche innerhalb der EU verloren, gefolgt von Portugal, Italien, Frankreich und Griechenland.

In den vergangenen fünf Jahren ist die Anzahl an Waldbränden in Spanien um 1,77 Prozent gestiegen. In Frankreich wuchs die Zahl um gigantische 15 Prozent, und in Italien um 11,4 Prozent. In Portugal (-28 Prozent) und Griechenland (-51,5 Prozent) ging die Waldbrandrate hingegen zurück.

Laut einem Bericht der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2015 werden die meisten Waldbrände durch Unachtsamkeit/Nachlässigkeit (68 Prozent im Jahr 2014) sowie Brandstiftung (10 Prozent) ausgelöst. Durch natürliche Ursachen entstehen lediglich drei Prozent der Brände; bei 19 Prozent sind die Gründe unbekannt.

Weitere Informationen

Das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Europäischen Union bietet einen Überblick über derzeitige Waldbrände in Europa.