Petersberger Klimadialog: Merkel hofft auf „gutes Signal“ für UN-Klimakonferenz in Paris

Minister und Beauftragte aus etwa 35 Staaten kommen am Montag in Berlin zum Petersberger Klimadialog zusammen. Gut ein halbes Jahr vor der UN-Klimakonferenz in Paris wollen die Teilnehmer Möglichkeiten für das dort angestrebte weltweite Klimaschutzabkommen ausloten.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam hat von den Teilnehmern des Petersberger Klimadialog eine Einigung auf schärfere Klimaschutzziele gefordert. „Die von der Europäischen Union, den USA, Japan, Kanada, China und anderen Ländern geplanten Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz reichen nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen“, warnte Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig am Sonntag. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhofft sich von dem Klimadialog „ein gutes Signal“ für die UN-Klimakonferenz in Paris.

Eröffnet wird die Tagung von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius. Deutschland und Frankreich dringen auf ein größeres internationales Engagement beim Klimaschutz, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Hendricks und die anderen Konferenzteilnehmer müssten in Berlin verabreden, „wie sie die Klimaschutzziele schrittweise steigern werden – auch über die Pariser Konferenz hinaus“, forderte Oxfam-Vertreter Kowalzig. „Anderenfalls können sie auf der kommenden Weltklimakonferenz gegenüber den Ländern, für die der Klimawandel immer mehr zur Überlebensfrage wird, kaum glaubwürdig auftreten.“

Merkel äußerte in ihrem wöchentlichen Video-Podcast die Hoffnung, dass die Beratungen in Berlin „ein gutes Signal“ für die UN-Klimakonferenz in Paris senden. Die UN-Konferenz habe die Aufgabe, „alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass 2020 ein verbindliches Klimaabkommen weltweit in Kraft treten kann“, sagte die Kanzlerin. „Deshalb ist es für uns sehr wichtig, alle darauf vorzubereiten, dass sie jetzt schnellstmöglich die Klimaziele definieren, die sie sich national vornehmen.“ Diese Ziele müssten möglichst anspruchsvoll sein.

Die Berliner Konferenz solle den Boden bereiten für einen Erfolg in Paris, sagte auch Hendricks im Deutschlandfunk. Dafür hätten aber noch nicht alle Staaten angemessene und faire Beiträge ihrer eigenen Anstrengungen vorgelegt, bemängelte die SPD-Politikerin. „Wir brauchen das klare Bekenntnis, dass wir maximal zwei Grad Erderwärmung zulassen wollen.“

Allerdings warnte Hendricks auch vor überzogenen Erwartungen an die Klimakonferenz Ende des Jahres. „Paris wird nicht der Schlusspunkt, sondern hoffentlich der Start zu einem langen, gemeinsamen Weg in eine klimaneutrale Weltwirtschaft“, sagte sie der „Stuttgarter Zeitung“ vom Samstag. Beim Gipfel von Kopenhagen vor fast sechs Jahren, „glaubten viele noch an den Big Bang, mit dem man das Weltklimaproblem ein für alle Mal lösen könnte“, sagte Hendricks. Dies sei aber nicht möglich.

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