Klimaschutz-Maßnahmen: Schweden Top, Irland Flop

Arbeiten an der Skulptur 'Climate Tree' während des UN-Klimagipfels COP23 in Bonn, 14. November 2017. [Philip Guelland/ EPA]

Irland zeigt unter den EU-Ländern am wenigsten Einsatz bei Maßnahmen gegen den Klimawandel. Das geht aus einem Ranking von 57 Ländern der Welt hervor, für das die Emissionsminderungen und andere Verpflichtungen des Pariser Abkommen durchleuchtet wurden.

Im Index der europäischen Think-Tanks Germanwatch, CAN Europe und New Climate Institute liegt Irland lediglich auf dem 49. Platz.

Für die inzwischen 13. Ausgabe des jährlichen Klimaschutz-Index (KSI) wurden die Maßnahmen der einzelnen Länder im Kampf gegen den Klimawandel analysiert und Stärken sowie Schwächen herausgearbeitet.

Überprüft wurden Aktionsfelder wie Treibhausgasemissionen, Einsatz erneuerbarer Energiequellen, Energienutzung allgemein und Klimapolitik im Rahmen der Ziele des Pariser Klimaabkommens.

Professor Niklas Höhne, ein Co-Autor des KSI, warnte, bei den mittel- bis langfristigen Zielen sei der „Graben zwischen den einzelnen Ländern nach wie vor zu hoch“. Darüber hinaus habe kein einziges Land ein besonders herausstechendes und ambitioniertes Energieeffizienz-Ziel.

Auf einer Bewertungsskala der Klimaschutzmaßnahmen von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ schafften es 11 EU-Staaten in die Kategorie „gut“. Spitzenreiter war dabei Schweden, gefolgt von Litauen, Großbritannien, Finnland und Lettland.

Bewertung der europäischen Staaten [germanwatch.org]

Bewertung der europäischen Staaten [germanwatch.org]

Zum ersten Mal wurde auch die Gesamtbilanz der EU als Block bewertet. Die Union rangiert im Mittelfeld und erreichte den 21. Platz.

Wendel Trio, Chef des Climate Action Network (CAN) Europe, kritisierte: „Der Bericht zeigt, dass die EU zwar die Einhaltung ihrer Verpflichtungen unter dem Klimaabkommen von Paris gelobt, tatsächlich aber Maßnahmen für echten Klimaschutz vermeidet. Die Union muss ihren Worten Taten folgen lassen und sich schärfere Emissionsziele setzen, als bisher vorgesehen war.“

Im Klimaschutz-Index blieben die ersten drei Plätze mit der Bewertung „sehr gut“ leer. Die ernüchternde Begründung: „Kein Land erreicht den ersten bis dritten Platz, da kein Land genug unternimmt, um einen gefährlichen Klimawandel zu vermeiden.“

Während die Top Ten im Ranking mit Ausnahme von Marokko und Indien ausschließlich von europäischen Staaten eingenommen wird, ist die Performance der Wirtschaftsmächte Japan, China, USA und Südkorea „sehr schlecht“. Gleiches gilt für weitere große Staaten wie Russland und den Iran sowie Saudi-Arabien, das den letzten Platz belegt.

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