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25/09/2016

Klimagipfel in Lima: Die EU erhöht den Druck

Energie und Umwelt

Klimagipfel in Lima: Die EU erhöht den Druck

Die 20. UN-Klimakonferenz hat am 1. Dezember in Lima angefangen. Foto: UNclimatechange/Flickr

Auf der Welt-Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP) hat die EU „messbare und vergleichbare“ nationale Verpflichtungen zur Verringerung der CO2-Emissionen als Verhandlungsziel ausgegeben. Einige Entwicklungsländer laufen dagegen Sturm: Sie fühlen sich übergangen. EurActiv Frankreich berichtet.

Der EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete, nannte am dritten Tag der 20. Klimakonferenz (COP) in Lima die Ziele der Europäischen Union: Man wolle „transparente, messbare und vergleichbare“ Ziele bei der Reduzierung der CO2-Emissionen erreichen.

Die Kommissions-Vertreterin in Lima, Elina Bardram, legte diese Ziele bereits bei einer Pressekonferenz am 1. Dezember vor. Die EU will demzufolge die Ausarbeitung rechtlich bindender Ziele erreichen. Diese sollen dann 2015 in Paris angenommen werden.

Cañete unterstützt diese Position: „Der Countdown für Paris läuft. Lima ist sehr optimistisch, und ich bin zuversichtlich, dass Peru diese Aufgabe erfolgreich meistern wird.“

Die Klimakonferenz in Lima geht noch bis zum 12. Dezember. Die Vertreter der 196 teilnehmenden Länder sollen die Grundlagen für ein neues Klimaabkommen erarbeiten. Dieses solle das ausgelaufene Kyoto-Protokoll ersetzen.

Ein für alle Länder verbindliches Abkommen

„Wir brauchen ein Abkommen, das verbindlich und gleichzeitig flexibel ist, damit die geopolitische Situation berücksichtigt wird“, so der EU-Kommissar. Die EU wolle die Beteiligung aller Länder und der größten CO2-Emittenten an der Vorbereitung für das Abkommen durchsetzen.

Die 21. Klimakonferenz 2015 in Paris wird die letzte Chance zur Durchsetzung von Maßnahmen für die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf zwei Grad bis 2050 sein.

Es dürfe weltweit bis 2100 keine CO2-Emissionen mehr geben, um die globale Erwärmung unter Kontrolle zu halten, so die Einschätzung des Weltklimarates (IPCC).

Ein unbeliebtes Non-Paper

Die EU präsentierte bereits einen Textvorschlag, auch Non-Paper genannt, für ein Klimaabkommen. Dieses sorgte allerdings für Unstimmigkeiten unter den Konferenzteilnehmern.

„Die EU treibt die Verhandlungen in Lima sehr aktiv voran. Europa einigte sich im Oktober auf das Ziel einer 40-prozentigen Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2030“, so der Klimakommissar. Die EU werde ihre Verpflichtungen für die 21. Klimakonferenz in Paris im ersten Quartal des nächsten Jahres festlegen. Damit wollen die Europäer andere Parteien dazu bewegen, ihrem Beispiel zu folgen.

Die USA verpflichteten sich diese Woche beim Energiegipfel mit der EU in Brüssel dazu.

EU will Entwicklungsländern helfen

Cañete sprach auch über das schwierige Thema der Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel in Entwicklungsländern. Einige Entwicklungsländer lehnten den EU-Vorschlag bereits ab.

Einige afrikanische Länder kritisierten den Text als „unausgewogen“. Die ärmeren Länder seien nicht auf Augenhöhe mit den reicheren Ländern. Ihre Anliegen seien unterrepräsentiert.

Fairness wird der Schlüssel für den erfolgreichen Abschluss eines Abkommens werden. Viele Entwicklungsländer erhoffen sich Hilfe in der Form von finanziellen und technischen Hilfen, um ihre Ziele zu erreichen.

Cañete erklärte, die EU sei „bereit dazu, den Entwicklungsländern zu helfen“. Der Kommissar berief sich auf den europäischen Beitrag zum UN-Klimafonds (Green Climate Fund). Er beläuft sich derzeit auf 4,6 Milliarden US-Dollar. Das ist mehr als die Hälfte des Gesamtfonds von 9,7 Milliarden US-Dollar.

Europaparlament schmiedet „Paris-Allianz“

Der Klimakommissar wird am Ende der Konferenz zusammen mit einer Delegation von zwölf Europaabgeordneten nach Lima reisen. Diese „Paris-Allianz“ will Unterstützer für ein rechtlich bindendes Abkommen sammeln und den Erfolg der Verhandlungen gewährleisten.

Cañete sagte: „Wir haben zwölf Monate. Das ist nicht viel, aber zusammen sollten wir es schaffen.“

Hintergrund

Die Verhandlungen über den Klimawandel begannen 1992. Die Vereinten Nationen organisieren seither eine jährliche Klimakonferenz.

Die 20. Klimakonferenz findet vom 1. bis 12. Dezember 2014 in der peruanischen Hauptstadt Lima statt. Paris ist der Gastgeber der 21. Klimakonferenz im Dezember 2015. 

Weitere Informationen

Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC)