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24/09/2016

Handelsverband: Auch Online-Handel muss Kunststoff-Müll reduzieren

Energie und Umwelt

Handelsverband: Auch Online-Handel muss Kunststoff-Müll reduzieren

Der deutsche Handelsverband warnt, auch der Versandhandel produziere viel Plastikmüll.

Die Buchhändler in Deutschland wollen künftig Geld für Plastiktüten nehmen. Der Handelsverband Deutschland fordert unterdessen, auch der Versand- und Online-Handel sollte Verpackungsmüll reduzieren.

Wie viele Einzelhändler wollen auch die Buchhändler in Deutschland künftig Geld von ihren Kunden für Plastiktüten nehmen. Der Buchhandel unterstütze die entsprechende Aktion des Handelsverbands Deutschland (HDE) ab dem 1. April, teilte der Börsenverein des Deutschen
Buchhandels am Mittwoch mit. Die großen Unternehmen und größere Mittelständler wollen die Gebühr demnach „nach und nach“ umsetzen. Viele Buchhändler bieten laut Branchenverband schon Mehrwegtaschen aus Stoff oder Recyclingmaterial an.

Es dürfe dem Bundesumweltministerium nicht nur um die Vermeidung von Plastiktüten gehen, kritisierte der Börsenverein: Der Versand- und Online-Handel bringe große Massen Verpackungsmüll aus Kunststoff in Umlauf. „Will man Plastikmüll reduzieren, sollte auch das zum Thema werden.“

Der HDE rechnet damit, dass ab dem 1. April 60 Prozent aller Plastiktüten kostenpflichtig sein werden. Bis 2018 sollen es 80 Prozent werden. Mit dieser freiwilligen Selbstverpflichtung wollen die Einzelhändler eine gesetzliche Regelung verhindern.

Hintergrund für die Einführung einer Gebühr auf Plastiktüten ist eine EU-Richtlinie: Danach sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, den Verbrauch ab 2020 auf 90 Tüten pro Einwohner und Jahr zu verringern, ab 2026 auf 40 Stück.

Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit einem Verbrauch von 71 Plastiktüten pro Kopf und Jahr deutlich unter dem Durchschnittsverbrauch von 198 Stück und erfüllt die Vorgabe für 2020 schon heute. Trotzdem soll der Verbrauch hierzulande weiter spürbar sinken.