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03/12/2016

Fangquoten für Atlantik und Nordsee: EU-Staaten einigen sich

Energie und Umwelt

Fangquoten für Atlantik und Nordsee: EU-Staaten einigen sich

Die neuen Fangquoten für Fisch der EU rufen Kritik von Umweltschutzorganisationen hervor.

[Luyen Chou/Flickr]

Die Fischer in der Nordsee und im Atlantik können sich im kommenden Jahr auf eine Erhöhung bei mehreren Fischbeständen freuen, denn die EU-Minister haben sich auf neue Fangquoten geeinigt. Die Meeresschutzorganisation Oceana kritisiert jedoch das Abkommen.

Die EU-Fischereiminister haben sich auf Fangquoten für wichtige Fischarten im Atlantik und in der Nordsee im kommenden Jahr geeinigt. Es sei ein „starkes und ausgeglichenes Abkommen“ erzielt worden, erklärte der luxemburgische Fischereiminister Fernand Etgen nach Beendigung der Beratungen in der Nacht zu Mittwoch in Brüssel. Demnach bleiben die Bestände bei 36 Fischarten gleich oder werden angehoben, etwa bei bestimmten Makrelenarten und dem Seehecht.

Bei der Seezunge wurden die Fangquoten weniger stark reduziert als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Beim Kabeljau in der Keltischen See blieben die Minister unter der vorgeschlagenen drastischen Reduzierung des Fangs und einigten sich auf eine Verringerung um zehn Prozent. Frankreich begrüßte, es habe eine Beibehaltung der Fangquoten unter anderem für Kaiserhummer und Seeteufel im Golf von Biskaya erreicht.

Die EU-Kommission hatte für zahlreiche Fischbestände in Nordsee und Nordatlantik im kommenden Jahr eine Beibehaltung oder Anhebung der Höchstfanggrenzen vorgeschlagen. Bei allen Vorschlägen wurden wissenschaftliche Gutachten als Grundlage genommen. Ziel der 2013 beschlossenen großen Fischereireform ist eine Befischung, bei der die größtmögliche Menge Fisch gefangen wird, ohne dass das die gesunde Bestandsgröße gefährdet wird. Ein Bestand meint jeweils eine Fischart in einem ganz bestimmten Meeresgebiet.

Die Meeresschutzorganisation Oceana kritisierte das Abkommen. Die Entscheidung der Minister sei „unzulänglich, um die verbindliche Zusage der Europäischen Union zu erreichen, Überfischung in europäischen Gewässern zu beenden“, erklärte Oceana-Direktor Lasse Gustavsson. Damit sei nicht nur die nachhaltige Nutzung der Fischbestände bedroht, sondern auch der Wohlstand der Fischerei.