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23/02/2017

Europas Klimarechnung wächst beständig

Energie und Umwelt

Europas Klimarechnung wächst beständig

Hochwasser in Italien.

[US Army Africa/Flickr]

Extreme Wetterereignisse kosteten Europa zwischen 1980 und 2013 fast 400 Milliarden Euro, bestätigt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur – Tendenz steigend. EurActiv-Kooperationspartner Journal de l’Environnement berichtet.

„Der Klimawandel birgt zunehmend größere Risiken für unsere Ökosysteme, die menschliche Gesundheit und Europas Wirtschaft“, warnt die Europäische Umweltagentur (EUA) in ihrem Vierjahres-Bericht, veröffentlicht am gestrigen Mittwoch.

Extremwetterereignisse wie Hochwasser und Hitzewellen gehören zu den offensichtlichsten Folgen des Klimawandels. Zwischen 1980 und 2013 beliefen sich die Kosten in 33 europäischen Ländern zusammen auf 393 Milliarden Euro, so die EUA. Den größten finanziellen Schaden richtete das Hochwasser von 2002 in Europa an (20 Milliarden Euro), gefolgt von der Hitzewelle im Sommer 2003 (16 Milliarden) und Sturm Lothar, der im Winter 1999 über den Kontinent hinweg fegte (14 Milliarden).

Größte Schäden in Deutschland, Italien und Frankreich

Am schlimmsten traf es in absoluten Zahlen Deutschland (79 Milliarden Euro), Italien (60 Milliarden) und Frankreich (53 Milliarden). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt richteten extreme Wetterereignisse im Beobachtungszeitraum vor allem in Tschechien (0,24 Prozent), Kroatien (0,2 Prozent) und Ungarn (0,18 Prozent) erheblichen Schaden an. In Frankreich betrugen die Kosten 0,9 Prozent des BIPs.

Europas Kosten im Umgang mit den Folgen des Klimawandels steigen beständig. 1980 beliefen sich die jährlichen Ausgaben für Klimaschäden noch auf 7,6 Milliarden Euro, 2000 schon auf 13,7 Milliarden. Zurückführen lässt sich dieser Anstieg womöglich auf das Zusammenspiel von steigenden Einwohnerzahlen, sinkender Weiterentwicklung gefährdeter Gebiete und die zunehmende Häufigkeit von Extremwetterereignissen.