EU will in Aufbau von Batterie-Branche für E-Autos investieren

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Maroš Šefčovič, Vize-Kommissionpräsident für die Energieunion. [European Commission]

Zusteigen und dabei sein. So formulierte der EU-Energiekommissar Maros Sefcovic sein Anliegen, Europa möge nicht den asiatischen Ländern die Herstellung der Batterien für E-Autos überlassen.

„Es darf nicht sein, dass wir weiterhin auf asiatische Hersteller angewiesen sind, die diesen lukrativen Markt bedienen“, sagte Sefcovic beim „Batterie-Gipfel“ in Brüssel, wo er sich mit 40 Teilnehmern getroffen und über das weitere Vorgehen beratschlagt hat.

Angestrebtes Ziel: Unabhängigkeit vom asiatischen Markt

Bislang dominieren den Batteriemarkt Hersteller wie Panasonic, LG oder Samsung. Die große Aufholjagd auf dem Markt der Batteriezellen soll nun politische Unterstützung erhalten.

Grund für das Interesse der europäischen Politik ist der erwartete Anstieg an Elektroautos in den nächsten Jahren. 15 Prozent aller Neuwagen sollen bis zum Jahr 2030 mit Elektromotoren oder anderen emissionsarmen Hybridantrieben in EU-Ländern fahren. Dazu sollen die Automobilhersteller einem Bericht der FAZ zufolge von der EU-Kommission verpflichtet werden.

Mindestquote für Elektroautos ab 2025?

Die EU-Kommission prüft einem Zeitungsbericht zufolge eine Mindestquote für Elektroautos.

Darüber hinaus müssen die Autobauer den CO2-Ausstoß zwischen 2021 und 2030 um ein Drittel reduziert haben, bis 2021 auf 95 Gramm je Kilometer. Konkrete Vorschläge für eine Quote sollen Anfang November folgen. Noch im Sommer hatte es geheißen, es gebe keine Pläne für eine solche. Der EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete sagte dazu: “Ich persönlich mag keine Quoten.”

Bis zu fünf Millionen Arbeitsplätze, 250 Milliarden Wachstum

Die EU-Investitionen in die Batterie-Produktion begründete Sefcovic mit dem Wachstum der Branche, die vier bis fünf Millionen neue Arbeitsplätze schaffe. Auf bis zu 250 Milliarden Euro werde der Markt mit Batteriezellen in nächster Zeit anwachsen.

Um die Elektromobilität zu fördern, will die EU von Reuters zitierten Quellen zufolge 800 Millionen Euro zur Verfügung stellen, um etwa Ladepunkte auszubauen. Rund 200 Millionen Euro sollen in die Entwicklung der Batterietechnik fließen.

Die gesamte Expertise bei Forschung und Entwicklung soll in Europa zusammengebracht werden, sowohl die Autoindustrie als auch die Zulieferer. Als Vorbild nannte Energiekommissar Sefcovic das Unternehmen Airbus, mithilfe dessen die europäische Zusammenarbeit in der früher kleinteiligen Luftfahrtindustrie gelungen sei. „Einen solchen Durchbruch wollen wir auch im Batteriesektor schaffen.“

115 neue Ladestationen für Elektroautos in Europa

Wer ein Elektroauto besitzt, muss größere Fahrten minutiös planen. Ein von der EU gefördertes Projekt sorgt nun für mehr als 100 neue Ladestationen in Europa.

Bereits im Februar nächsten Jahres soll eine sogenannte „Batterie-Allianz“ gegründet werden, die das weitere Vorgehen für die EU-interne Produktion planen wird.

Europa sehr spät dran

Dass man in Europa sehr spät dran sei, mehr in Elektrobatterien zu investieren, findet auch  der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig, einer der Teilnehmer am „Batterie-Gipfel“. Er drängte darauf, schnell eine gemeinsame Strategie zu finden. Sonst werde man die deutsche Vormachtstellung in der Autobranche verlieren.

Autohersteller wie VW oder BMW haben dies erkannt und investieren Milliarden in die E-Mobilität. Dasss die Unternehmen nun Rückenwind von der europäischen Politik bekommen, dürfte die Entwicklung weiter befördern.