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21/01/2017

Deutschland will Klimaschutz-Versicherungen weltweit fördern

Energie und Umwelt

Deutschland will Klimaschutz-Versicherungen weltweit fördern

Solarpanel: Ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg hin zu mehr Klimaschutz.

[Oesterreichs Energie/Flickr]

Bereits Ende des Jahres soll ein Weltklimavertrag in Paris abgeschlossen werden. Deutschland will beim G7-Treffen den Klimaschutz darum in den Mittelpunkt rücken und nun den Weg für einen besseren Versicherungsschutz gegen den Klimawandel ebnen.

Deutschland will während seiner G7-Präsidentschaft den Weg für einen besseren Versicherungsschutz gegen den Klimawandel ebnen.

Die sieben führenden Industriestaaten könnten einen Beitrag leisten, dass sich mehr Menschen in den besonders gefährdeten Entwicklungsländern gegen Risiken des Klimawandels absicherten, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Papier des Umweltministeriums im Vorfeld des G7-Gipfels im Juni im bayerischen Ellmau. Es gehe um eine Verdopplung oder Verdreifachung der Zahl der Versicherten. Dabei wolle man auf bestehende regionale Versicherungssysteme aufbauen. Die Prämien sollten durch private Beiträge und öffentliche Gelder der Industriestaaten aufgebracht werden. Eingebunden sei auch die Münchner Rückversicherung (Munich Re), hieß es im Umweltministerium. Erste Pilotprojekte unter Beteiligung der Weltbank gebe es bereits.

Deutschland will beim G7-Treffen den Klimaschutz in den Mittelpunkt rücken, da Ende des Jahre ein Weltklimavertrag in Paris abgeschlossen werden soll. Ziel ist es, mit dem Abkommen eine Erderwärmung von maximal zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zuzulassen. Die Folgen eines solchen Temperaturanstiegs gelten als gerade noch beherrschbar. Flankiert werden soll dies mit Hilfen für die ärmsten Länder der Welt, um sich an die bereits unvermeidbaren Folgen des Klimawandels wie Dürren, Fluten und Unwetter besser anzupassen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte, sie erwarte bis zum Juni von allen G7-Staaten eine Auskunft, welchen Beitrag sie im Kampf gegen den Klimawandel leisten wollen. Japan und Kanada hätten aus der G7-Gruppe bislang noch nichts angegeben, würden dies aber sicher noch tun.

Sie rechne zudem damit, dass auch China als größter CO2-Produzent noch im ersten Halbjahr seinen Beitrag veröffentlichen werden. „Ich nehme an, dass auch Brasilien und andere Schwellenländer es machen. Ähnliches gilt für Indien“, sagte sie.

Die Industriestaaten würden aber in Ellmau der Konferenz von Paris nicht vorgreifen. „Die G7 werden keine für sich bindenden Beschlüsse fassen“, sagte sie. Sonst werde es im Verhältnis zu den Schwellenländern schwierig. „Es wird aber eine Erklärung geben auf dem Weg nach Paris“, kündigte Hendricks an.