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28/09/2016

Deutschland und Frankreich stecken Milliarden in Export von Kohletechnik

Energie und Umwelt

Deutschland und Frankreich stecken Milliarden in Export von Kohletechnik

Kohlekraftwerk in Heilbronn.

© dmytrok (CC BY-ND 2.0)

Deutschland und Frankreich sind in der Europäischen Union die größten Förderer für den Export von Technologien zur Energiegewinnung aus Kohle. Das ergibt eine vertrauliche Studie der OECD.

Deutschland und Frankreich fördern den Export von Kohletechnologien mit Milliardenbeträgen. In der EU sind sie damit Spitzenreiter, wie eine aktuelle Studie der OECD herausgefunden hat.

In den Jahren 2003 bis 2013 hat Deutschland Finanzhilfen von insgesamt einer Milliarde Dollar für den Bau von Kohlekraftwerken genehmigt, heißt es in der Studie, die Reuters am Montag vorlag. Der Münchener Industriekonzern Siemens liefert ebenso Technik zum Bau von Kohlekraftwerken wie das französische Unternehmen Alstom.

Frankreich genehmigte sogar Kredite von 1,8 Milliarden Dollar. Weltweit liegt Südkorea mit Hilfen von vier Milliarden Dollar vorn. Bei der Förderung des Kohle-Abbaus in Ländern wie der Ukraine oder Russland ist Deutschland den OECD-Angaben zufolge zudem für 60 Prozent der weltweiten Kredite in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar verantwortlich. Die Regierungen in Berlin und Paris ließen eine Anfrage von Reuters zu dem Thema zunächst unbeantwortet.

Die Zahlen machen erstmals deutlich, in welchem Umfang Industrienationen die Energiegewinnung aus Kohle in anderen Ländern fördern. Alstom verteidigte die Hilfen für den Export mit dem Argument, dass der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) in aufstrebenden Ländern durch den Einsatz neuer Technologien gemindert werde. Bei der Kohleverbrennung entsteht doppelt so viel CO2 wie bei der Nutzung von Erdgas. Innerhalb der EU soll die staatliche Unterstützung für Kohle bis 2018 auslaufen.