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26/09/2016

Dänemark will bis 2025 kohlefrei sein

Energie und Umwelt

Dänemark will bis 2025 kohlefrei sein

Der dänische Energieminister will bis 2025 die Kohleunabhängigkeit seines Landes erreichen. Foto: Bruno D. Rodrigues

Dänemark erwägt einen Kohleausstieg bis 2025, sagt Klima- und Energieminister Rasmus Helveg Petersen. Ursprünglich wollte das Land bis 2030 kohleunabhängig sein. EurActiv Brüssel berichtet.

Er habe die Regierungsbeamten gebeten, zu ergründen, was Dänemark zur Realisierung eines Kohleausstiegs in bereits zehn Jahren tun könne, sagte Petersen am Mittwoch.

„Natürlich werden wir das zusammen mit der Industrie machen. Ich weiß nicht, wie wir dieses Ziel erreichen können, aber ich würde gerne herausfinden, ob wir zum Beispiel die Kohleverwendung verbieten können. Es würde dem Klima nützen und wäre ein sehr, sehr gutes Signal“, sagte Petersen.

Heute deckt Dänemark 20 Prozent seines Strombedarfs mit Kohle. 40 Prozent stammen aus Öl und Gas, weitere 30 Prozent kommen aus der Windenergie. Bis 2020 soll die Windenergie 50 Prozent der gesamten Stromversorgung ausmachen. Dänemark ist der einzige Nettostromexporteur in der EU.

Diese Woche findet in Kopenhagen der UN-Klimarat statt. Dabei soll der neueste UN-Bericht zum Klimawandel verfasst und am Wochenende veröffentlicht werden.   

Der sozialliberale Klima- und Energieminister Petersen geht von einer Teuerung der Kohle als Energiequelle aus. Heute sei sie noch der billigste Brennstoff. Langfristig gesehen könnten sich die Länder Kohle aber nicht mehr leisten.

„Es gibt kein Szenario mehr, wonach wir weiterhin Kohle nutzen sollten“, so Petersen.

Am vergangenen Freitag verständigten sich die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel auf eine Senkung der Treibhausgas-Emissionen von 40 Prozent bis 2030 – im Vergleich zu den Werten von 1990. Dabei will man die Stromgewinnung von fossilen Brennstoffen auf die erneuerbare Energien umstellen. Die Staatschefs drängten auch die anderen großen Verschmutzer wie China und die USA, ihrem Beispiel zu folgen.

Der Koalitionspartner in der dänischen Regierung, die Sozialdemokraten, wollen den Vorstoß des Ministers unterstützen. Denn durch den Kohleausstieg würden Arbeitsplätze geschaffen.

„Ich bin gespannt darauf, wie das bewerkstelligt werden kann und wir werden natürlich eine grüne Agenda unterstützen, wenn sie so gemacht ist, dass wir unsere Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in Dänemark behalten. Wenn der Klimaminister eventuell die dänischen Kohlekraftwerke schließen will und stattdessen unsere Importe deutscher Kohle erhöht, dann wäre das verrückt“, sagt Jens Joel, Energiesprecher der Sozialdemokraten.

Die Schließung der Kohlekraftwerke würde den Import deutscher Kohle erhöhen, meint Lars Aagaard, Direktor des dänischen Energieverbandes. Stattdessen empfiehlt er dem Minister, eine Verschärfung des EU-Emissionshandels (ETS) zu fordern. So soll die Zahl der Emissionsgenehmigungen begrenzt werden.

Aagaard sagt: “Der Klimaminister wird keinen Erfolg damit haben, einen Kohleausstieg in Europa zu fordern. Das ist nicht möglich. Ein großer Teil der europäischen Stromversorgung ist stark kohleabhängig, und das wird über Jahre hinweg so bleiben. 

Zeitstrahl

  • 30. Oktober- 2. November: Veröffentlichung des neuesten Berichts des UN-Klimarats zum Klimawandel in Kopenhagen