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29/09/2016

Dänemark ist Weltmeister der Windenergie

Energie und Umwelt

Dänemark ist Weltmeister der Windenergie

Windkraftanlagen vor Skovshoved, Region Hovedstaden, in Dänemark.

© CGP Grey (CC BY 2.0)

Dänemark ist mit einem Anteil von 39,1 Prozent am landesweiten Strommix im Jahr 2014 die weltweit führende Nation in der Windenergie. Nicht alle im skandinavischen Nachbarland halten das für einen Segen.

2004 machte der Anteil der Windenergie der dänischen Stromproduktion noch lediglich 18,8 Prozent aus. Zehn Jahre später hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt. Allein im Januar 2014 produzierten die Dänen 61,4 Prozent ihres Stroms durch Windkraft.

„Das sind unglaubliche Zahlen“, sagt Dänemarks Klima- und Energieminister Rasmus Helveg Petersen stolz. „Wir planen aber weiterhin einen Ausbau von Windturbinen. Wir machen weiter auf dem Weg zu noch ehrgeizigeren Zielen“, so Petersen gegenüber der Nachrichtenagentur „Ritzau“.

Der Energieminister sagte dem Fernsehsender DR außerdem, dass sein Land auf dem guten Weg sei, die EU-weiten Emmissionsziele aber auch das Ziel zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu erreichen, wonach bis 2020 die Hälfte der Stromproduktion aus regenerativen Quellen kommen muss. „Wir haben den Schlüssel gefunden gegen die globale Erderwärmung“, erklärte Petersen.

Aber der wachsende Anteil von Windkraft könnte auch einen negativen Effekt auf Dänemark haben – so zumindest die Auffassung von „Danish Energy“, einem Dachverband der dänischen Energieriesen.

Hohe Produktionsleistungen könnten dazu führen, dass die Preise auf dem Markt sinken. So wären Energieunternehmen dazu gezwungen sich der überschüssigen Energien kostspielig zu entledigen, eine Maßnahme, die zu steigenden Verbraucherpreise führen könnten.

„Wenn wir noch mehr Windkraftanlagen bauen, dann (…) haben wir einen höchst unstabiles Energiesystem“, warnt Lars Aagard, Direktor von Danish Energy.

Dänemark erwägt nicht nur, den Anteil erneuerbare Energien weiter zu steigern. Das Land will zugleich einen Kohleausstieg bis 2025.

Energieminister Petersen habe die Regierungsbeamten gebeten, zu ergründen, was Dänemark zur Realisierung eines Kohleausstiegs in bereits zehn Jahren tun könne, sagte der Minister im Herbst vergangenen Jahres.

„Natürlich werden wir das zusammen mit der Industrie machen. Ich weiß nicht, wie wir dieses Ziel erreichen können, aber ich würde gerne herausfinden, ob wir zum Beispiel die Kohleverwendung verbieten können“, sagte der Energieminister. „Es würde dem Klima nützen und wäre ein sehr, sehr gutes Signal.“