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04/12/2016

Cañete: EU benötigt noch 200 Milliarden Euro an Energieinvestitionen

Energie und Umwelt

Cañete: EU benötigt noch 200 Milliarden Euro an Energieinvestitionen

EU-Klimakommissar Cañete bei EFEs "Fórum Europa".

[EFE/Angel Díaz]

Der Juncker-Plan habe den Einbruch an Energie- und Umweltinvestitionen durchaus abgefedert, betont EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Die EU ist ihm zufolge dennoch auf hohe Zusatzinvestitionen angewiesen. EurActiv Spanien berichtet.

Investitionen seien im Vergleich zu 2007 um 15 Prozent gesunken, erklärte EU-Kommissar für Klima und Energie gestern bei einem Forum, das gemeinsam von EurActiv-Kooperationspartner EFE und der EU-Kommision ausgerichtet wurde. Ganze 75 Prozent des Rückgangs entfallen laut Cañete auf Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien und Großbritannien. In seinen Ausführungen ging er auf die zwei Säulen der EU-weiten Energie- und Umweltpolitik ein und sprach über ihren Investitionsbedarf.

Der Juncker-Plan umfasst etwa 315 Milliarden Euro. Sein Ziel ist es, Änderungen in der Energiebranche und der Umweltpolitik zu fördern, um Investitionen zu mobilisieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Etwa 240 Milliarden Euro des Budgets gehen an Infrastrukturprojekte, der Rest an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs).

Der Investitionsbedarf könne laut Cañete jedoch nicht nur durch öffentliche Gelder gestillt werden. Bisher habe man EU-weit bereits 165 Vereinbarungen mit Banken getroffen. Sie werden 135.000 Unternehmen unterstützen und ein „Investitionsfenster für Projekte in 25 Mitgliedsstaaten“ schaffen. Der europäische Energiemarkt benötige etwa 200 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen, um die erneuerbaren Energien zu integrieren. Der stark fragmentierte EU-Markt habe diese Gelder bisher noch nicht sichern können, so Cañete. Es gebe einfach zu viele Energiemärkte und man brauche einen Mechanismus für die kommenden Jahre.

Spanien werde auch weiterhin von Strukturfonds profitieren, unterstreicht der Klimakommissar. Das Hauptproblem der erneuerbaren Energien im Land sei der Mangel an Vernetzung: Denn bisher gebe es noch keine Infrastrukturen für den Export von überschüssigen Kapazitäten in die Nachbarländer. Spanien hat im Rahmen des Juncker-Plans bereits zahlreiche Projekte eingereicht. Sechs davon wurden bereits umgesetzt, darunter ein Programm für den Transport und die Verteilung von Gas sowie ein Projekt für die Schaffung eines Seetransportnetzwerks, das Abgase auf den Straßen verringern soll. „Der Klimawandel ist unsere derzeit größte Herausforderung und betrifft auch die Investitionen“, schlussfolgert Cañete. Das Klimaabkommen der COP21 sei in dieser Hinsicht ein „wichtiger Meilenstein“.