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03/12/2016

Brexit kann Akw-Bau in Hinkley verzögern

Energie und Umwelt

Brexit kann Akw-Bau in Hinkley verzögern

Noch keine endgültige Entscheidung über umstrittenes EDF-Projekt Hinkley Point

Foto: EDF

Das Brexit-Votum könnte den Bau des umstrittenen Atomkraftwerks im britischen Hinkley Point durch den französischen Staatskonzern EDF behindern.

Die Umsetzung des Großprojekts werde durch das Votum der Briten für einen EU-Austritt „schwieriger“ werden, sagte der französische Finanzminister Michel Sapin am Mittwochabend der britischen BBC.

„Wir müssen jetzt erst mal sehen, wo wir stehen“, fügte er hinzu. „Wir müssen unser Gleichgewicht zurückgewinnen. Der Brexit hat hohe Wellen geschlagen.“

Grundsätzlich stehe die französische Regierung aber immer noch hinter dem Projekt, beteuerte Sapin. Zuvor hatte bereits die britische Energie-Staatssekretärin Amber Rudd erklärt, das Brexit-Votum bringe „keinerlei Änderungen an dem Vorhaben“.

Brexit gilt auch für Euratom

Der Brexit berge die Chance auf einen Ausstieg aus der Förderung der Atomenergie. Dies fordert der Präsident der Energy Watch Group, Hans-Josef Fell.

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Das auf 23 Milliarden Euro veranschlagte Projekt sieht die Errichtung von zwei Atomreaktoren in Hinkley Point in der Nähe von Bristol im Südwesten Englands vor. Umweltschützer und Gewerkschaften, aber auch Teile der französischen Regierung sehen das Großprojekt kritisch.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte dem Vorhaben bereits klar seine Unterstützung zu. Er verspricht sich davon die Sicherung von Innovation und Arbeitsplätzen in der französischen Atomindustrie. Die abschließende Entscheidung über den Bau des umstrittenen Atomkraftwerks soll im September fallen; dies hatte die französische Regierung bereits im April bekannt gegeben.

Das Brexit-Votum sorgt bei internationalen Unternehmen für Verunsicherung. Viele kündigten bereits an, ihr Engagement in Großbritannien auf den Prüfstand zu stellen.

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