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25/09/2016

Atomenergie: EU-Kommission will Mini-Reaktoren fördern

Energie und Umwelt

Atomenergie: EU-Kommission will Mini-Reaktoren fördern

Die EU-Kommission will Investitionen in Atomenergie verstärken. Foto: dpa

Die EU-Kommission will Investitionen in die Atomenergie verstärken. Brüssel plant auch, die Entwicklung neuer Reaktortechnologien stärker zu fördern.

Wie die Nachrichtenwebsite „Spiegel Online“ unter Berufung auf den Entwurf für ein Strategiepapier der Kommission berichtet, soll die „technologische Vorherrschaft im Nuklearsektor“ verteidigt werden. Die Mitgliedstaaten sollen demnach bei der Erforschung, Entwicklung, Finanzierung und beim Bau neuer innovativer Reaktoren stärker kooperieren, heißt es weiter.

Das Papier soll die Grundlage der künftigen Atompolitik der EU-Kommission sein und am Mittwoch von den zuständigen Kommissaren verabschiedet und dann dem Europaparlament vorgelegt werden. In dem Entwurf wird laut „Spiegel Online“ unter anderem vorgeschlagen, die Rahmenbedingungen für Investitionen zu verbessern. Gelder sollten unter anderem aus dem Europäischen Fonds für strategische Investments (EFSI) und den Forschungsprogrammen der EU fließen.

Abgewickelt werden einige dieser Förderprogramme auch über die Europäische Investitionsbank (EIB), über die das deutsche Finanzministerium mitbestimmt. Dem Bericht zufolge will Brüssel die Entwicklung neuer Reaktortechnologien
stärker fördern. Unter anderem soll der Bau von flexiblen Mini-Atomreaktoren vorangetrieben werden. Spätestens 2030 soll laut „Spiegel Online“ ein solcher Meiler in Europa im Einsatz sein.

Dabei habe Sicherheit immer oberste Priorität, wird aus dem Entwurf zitiert. Dennoch sollten Forschungsergebnisse über Materialstress bei älteren Reaktoren erst 2025 vorliegen. Untersucht werden dabei unter anderem bedenkliche Risse in den belgischen Atomanlagen Tihange und Doel. Die EU-Kommission beantwortete Fragen des Nachrichtenportals zu dem Strategiepapier bislang nicht.

In der EU gibt es derzeit 131 Atomkraftwerke in 14 Mitgliedstaaten, sie haben eine Kapazität von rund 121 Gigawatt. Derzeit sind in 14 Ländern neue Atomkraftwerke in Planung.

„Rolle rückwärts“

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Anton Hofreiter, sprach von einer „Rolle rückwärts“ der EU-Kommission in der Atompolitik. Schon die jetzt noch laufenden „Schrottreaktoren“ seien für die Menschen in den betroffenen Regionen „lebensgefährlich und für die Steuerzahler extrem teuer“, erklärte Hofreiter am Dienstag in Berlin.

Die Folgeprobleme lösten sich auch nicht in Luft auf, kritisierte der Grünen-Politiker. „Die Entsorgung des Atommülls bleibt ungeklärt und wird kommenden Generationen ans Bein gebunden.“ Hofreiter forderte die Bundesregierung auf, ihren Einfluss in Brüssel geltend zu machen und „eine unverantwortliche Energiepolitik“ zu stoppen.

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