A+++ ist vorbei: EU-Parlament verabschiedet neue Energie-Labels

Das europäische Energielabelsystem wird demnächst vereinfacht [euenergyweek/Flickr]

Das Europäische Parlament hat ein Gesetz zur Einführung neuer Energie-Labels für Haushaltsgeräte verabschiedet. Verbraucher könnten so Geld und Energie sparen, und die EU insgesamt ihren CO2-Ausstoß verringern, sagten MEPs und Industrievertreter.

Auch Energie-NGOs begrüßten das neue System – unter dem Labels wie A+, A++ und A+++ durch ein leichter verständliches A-G System ersetzt werden – als eine Win-Win-Situation für Industrie und Verbraucher. Allerdings fehle eine strikte Deadline für die Implementierung.

„Die Konsumenten werden von der heutigen Entscheidung profitieren…Ab 2020 wird es für sie einfacher, den energieeffizientesten Kühlschrank oder Fernseher zu kaufen und somit Geld zu sparen”, sagte Sylvia Maurer vom Europäischen Verbraucherverband (BEUC). Sie fügte hinzu: „Allerdings müssen die Verbraucher leider bis 2030 warten, bis diese Labels auch für Heizgeräte und Wassererhitzer gelten. Diese Verzögerung ist inakzeptabel. Wenn Sie ein neues Heizgerät kaufen wollen, müssen Sie wissen, wie viel Energie es verbraucht … Außerdem könnten die Konsumenten verwirrt werden, wenn die beiden Labelsysteme jetzt ein Jahrzehnt lang nebeneinander existieren.“

Laura Degallaix, Chefin der Umweltorganisation ECOS, äußerte ähnliche Bedenken: „Diese Entscheidung wurde lange erwartet…aber wenn Europa seinen Energieverbrauch wirklich senken will, muss die Kommission dafür sorgen, dass es einen schnellen und reibungslosen Übergang gibt.“ Aus demselben Grund stimmten die Linksaußen-Parteien im Parlament nicht für das neue Gesetz. Die Energielabels sollten „jetzt und nicht in zehn Jahren“ geändert werden.

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Eine Sprecherin der Kommission erklärte EURACTIV.com die geplante Umsetzung: die neuen A-G-Label werden für Fernseher, Lampen, Waschmaschinen, Kühlschränke und Spülmaschinen ab Anfang 2020 eingeführt. Für Produkte wie Klimaanlagen, Trockner, Staubsauger, Backöfen und Belüftungsanlagen passiere dies „wahrscheinlich zwischen 2021 und 2025.“ Für Heizgeräte sei das späteste Datum, ab dem die neuen Etiketten gelten, das Jahr 2030.

Die Kommission werde eine detaillierte Online-Datenbank mit Produkten bereitstellen, so dass die Verbraucher über das Scannen von QR-Codes an den jeweiligen Geräten die Energieeffizienz dieser miteinander vergleichen können. Klima- und Energie-Kommissar Miguel Aries Cañete erklärte im Parlament, die neuen Etikettenvorschriften würden für importierte und in der EU hergestellte Produkte gleichermaßen gelten.

Seán Kelly, Parlamentarier der mitte-rechts Partei EVP, lobte die Entscheidung: „Ich bin überzeugt, dass die Menschen ihre Emissionen reduzieren wollen – und dass sie dabei Unterstützung brauchen. Deswegen ist eine Vereinfachung der Etiketten so wichtig. Wer versteht schon das System mit A und A++? Da musste sich die EU bewegen.”

Laut Berechnungen der Kommission könnten mit dem neuen System jährlich 200 Terrawattstunden (200 Milliarden kWh) Energie eingespart werden – das entspricht dem jährlichen Verbrauch der drei baltischen Staaten. Eine Kombination aus Produktgestaltung und dem neuen Labelling werde außerdem zur Einsparung von ungefähr 165 Millionen Tonnen Öläquivalent führen, der derzeitige Primärenergieverbrauch Italiens, so die Kommission. Somit würden Haushalte durchschnittlich 490 Euro pro Jahr an Energiekosten sparen und europäische Unternehmen könnten bis zu 55 Milliarden Euro mehr verdienen.