Die große Koalition als soziale Chance für Europa

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von EURACTIV.com PLC.

Die SPD-Fraktion will Euro-Zone mehr Kompetenzen geben.

In der SPD wird heftig über eine Regierungsbeteiligung diskutiert. [ Metropolico.org/flickr]

Die SPD hätte gute Gründe, sich auf eine große Koalition einzulassen. Etwa den, an Emmanuel Macrons „Neugründung“ Europas mitzuwirken. Ein Kommentar von EURACTIVs Medienpartner „Der Tagesspiegel„.

Europa wartet auf Deutschlands Regierungsbildung. Und mindestens die Vertreter der Sozialdemokratischen Partei Europas, der 32 sozialistische und sozialdemokratische Parteien angehören, erwarten da viel von der SPD. Und zwar als Erstes eine große Koalition.

Für den polyglotten SPD-Chef und langjährigen Obereuropäer Martin Schulz muss das klingen wie: En marche! Tatsächlich ist auch Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron dieser Auffassung. Gleich mehrere Telefonate dazu sind bestätigt.

SPD statt FDP – Merkels neue Probleme beim Thema Europa

In den Jamaika-Sondierungen galt die FDP als schwierigster Gesprächspartner beim Thema Europa. Bei neuen GroKo-Verhandlungen tritt eher die Union auf die Bremse.

Natürlich braucht Macron die Deutschen, für dringende Reformen in seinem Land und für Reformen der EU. Ohne das Tandem kein Antrieb. Es passt ja auch zusammen: So wie EU-Europa eine „Neugründung“ (Macron) braucht, braucht die SPD eine Neubegründung, um daran operativ mitwirken zu können.

Die Begründung einer neuen Koalition kann auch im europäischen Gedanken liegen, für soziale Rechte und gegen grassierende Jugendarbeitslosigkeit an- und einzutreten. Darin liegt zugleich eine Chance für Europa. Erst recht, da gerade Veränderungen in der Wirtschafts- und Währungsunion anstehen.

Ironie der Geschichte: Dass der Grieche Alexis Tsipras die SPD zur Regierungsbeteiligung drängt, zeigt, wie mit jedem weiteren ergebnislosen Tag der deutsche Ruf schwächer wird, Hort der Stabilität und Verlässlichkeit zu sein. Abwarten war gestern.