Erklärung anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Römischen Verträge

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Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957. [Foto: EP]

Die Präsidenten der Industrie- und Handelskammern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Luxemburg erinnern anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Römischen Verträge an den Erfolg des europäischen Projekts.

„Ob man Optimist oder Pessimist ist, ist unwichtig; wichtig ist, in der Sache entschlossen zu sein!“ – Robert Schuman

60 Jahre nach der Unterzeichnung der Römischen Verträge, im Europa, das sich auf einen bevorstehenden Brexit vorbereiten muss, ist diese Aussage von Robert Schuman – einer der Gründerväter Europas – aktueller denn je. Denn wo stünden wir heute ohne den freien Verkehr von Personen, Gütern und Kapital? Ohne einen gemeinsamen Binnenmarkt? Ohne den Euro? Ohne das Austauschprogramm „Erasmus“  für junge Leute? Und ohne sieben Jahrzehnte Frieden und Stabilität?

Wir, die Präsidenten der europäischen Industrie- und Handelskammern, Repräsentanten der Unternehmen, bekräftigen unsere Unterstützung der wichtigsten Grundsätze des europäischen Projekts. Denn das Ziel „wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt“, das im Gründungsakt der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft gefordert wird, muss weiter vorangetrieben werden.

Aus unserer Sicht ist der Binnenmarkt einer der größte Erfolge der Union. Er ist ein Hebel für Wachstum und Wohlstand in Europa. Durch ihn ist unsere Gemeinschaft eine wichtige Wirtschaftskraft im internationalen Handel geworden. Mehr als drei Viertel der Unternehmer, die im letzten Herbst im Plenarsaal des Europäischen Parlaments in Brüssel unter dem Schirm von EUROCHAMBRES versammelt waren, wünschten sich deshalb eine Vertiefung des Binnenmarktes.

Zudem trägt der wirtschaftliche Austausch zum gegenseitigen Verständnis der Kulturen und Völker bei. Seit über siebzig Jahren ist dieses Friedensprojekt bereits erfolgreich. Angesichts der steigenden Gefahr des internationalen Terrorismus und der politischen Umwälzungen um uns herum, müssen wir in Europa nun noch stärker zusammenstehen, anstatt uns voneinander zu entfernen und uns dem Nationalismus hinzugeben.

„Europa“ beziehungsweise die Europäische Union ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist ein Projekt, bei dem wir die Bauherren sind. Als Unternehmer leisten wir unseren Beitrag bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Wir sind die Motoren der europäischen Wirtschaft. Die Europäische Union wurde zusammen mit uns Unternehmern entwickelt und sie orientiert sich daher an möglichen Verbesserungen und an der Vereinfachung des Austauschs.

Für eine weitreichende europäische Integration müssen in Zukunft die Umsetzung des digitalen Binnenmarktes, die Verwirklichung der Energieunion, die Beseitigung von steuerlichen Hindernissen für Unternehmen sowie die Themen Beschäftigung und Ausbildung Priorität haben.

Sich für die Umsetzung dieser Punkte einzusetzen, stellt unsere Entschlossenheit unter Beweis, uns an der Weiterentwicklung der Europäischen Union zu beteiligen. Es ist nun an uns, unserer Stimme Gewicht zu verleihen und konkrete Vorschläge zu machen, wie wir die Gemeinschaft in unserem Sinne gestalten und ihr Bestand geben können. Es ist auch an uns, aus dem europäischen Projekt ein Projekt zu formen, auf das wir weiterhin stolz sind!

Als Wirtschaftsvertreter ist es dabei unsere Aufgabe, die Kommunikation zwischen den europäischen und nationalen Entscheidungsträgern und unseren Unternehmen zu erleichtern sowie zu gewährleisten, dass die Europäische Union das Leben der Unternehmen vereinfacht und nicht komplizierter macht. Gemeinsam können wir dieses Ziel erreichen!

Eine Erklärung von René Branders (Präsident Belgian Chambers), Pierre Goguet (Präsident CCI France), Michel Wurth (Präsident Chambre de Commerce Luxembourg), Eric Schweitzer (Präsident DIHK) und Ivan Lo Bello (Präsident Unioncamere).

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