Portugiese Centeno will Eurogruppen-Vorsitz

Der alte und der neue Eurogruppenchef: Jeroen Dijsselbloem und Mario Centeno. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Der portugiesische Finanzminister Mario Centeno sieht große Chancen, den Niederländer Jeroen Dijsselbloem auf dem Posten des Eurogruppen-Chefs nachzufolgen.

Er habe mit Deutschland und Frankreich “recht konstruktive” Gespräche in dieser Angelegenheit geführt, sagte Centeno am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Außerdem bekomme er Unterstützung von Europas Sozialdemokraten.

Centeno ist allerdings nicht der einzige Bewerber. Mittlerweile gibt es vier Kandidaten für das Amt. Neben Centeno sind dies dessen slowakischer Kollege Peter Kazimir, der Luxemburger Pierre Gramegna und die lettische Ressortchefin Dana Reizniece-Ozola.

Die acht Euro-Jahre des Wolfgang Schäuble

Die Griechenland-Saga wurde während Schäubles Amtszeit als Finanzminister sein ständiger Begleiter. Gestern war er letztmalig in der Eurogruppe zugegen.

Dijsselbloems Amtszeit auf dem Posten endet am 13. Januar 2018. Der frühere niederländische Finanzminister warnte davor, angesichts des Konjunkturaufschwungs in Selbstgefälligkeit zu verfallen und notwendige Reformen aufzuschieben. Der richtige Zeitpunkt dafür sei vielmehr genau jetzt. Es gehe darum, sich gegen künftige Schocks zu wappnen, betonte Dijsselbloem.

Der Eurogruppen-Chef organisiert die regulär einmal im Monat stattfindenden informellen und zugleich sehr einflussreichen Tagungen der 19 Finanzminister des Euro-Währungsgebietes und lotet Kompromisse in Streitfragen aus. Der Posten wird von dem Gremium für zweieinhalb Jahre vergeben. Für ein positives Votum sind mindestens zehn der 19 Stimmen nötig.