EU hält Abstand zum diplomatischen Streit zwischen USA und Russland

4764989707_e866e7202f_z [Richard/Flickr]

Die Europäische Union betrachtet den laufenden diplomatischen Streit zwischen Moskau und Washington als „bilaterale Frage“ und bleibt in Distanz, wie ein Sprecher der Europäischen Kommission gegenüber EURACTIV.com erklärte.

Der US-Kongress hat vor kurzem wegen der Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl Sanktionen gegen Moskau beschlossen. Russland leugnet diese Behauptung, ebenso wie die Annexion der Krim im Jahr 2014.

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Als Reaktion auf die Sanktionen reagierte der russische Präsident Wladimir Putin mit der Drohung, er werde 755 amerikanische Diplomaten aus dem Land verweisen.

Demnach soll die Zahl, der in Russland ansässigen US-Diplomaten mit der Anzahl russischer Diplomaten in den USA ausgeglichen werden, die zurzeit bei 455 liegt.

Nach Angaben des Kreml hat die US-Regierung bis zum 1. September Zeit, die Diplomaten aus Russland abzuziehen.

Auf Anfrage von EURACTIV, wie sich diese neuen diplomatischen Streitigkeiten auf die EU auswirken, wollte ein Sprecher der EU-Kommission mit dem Hinweis, dass es sich dabei um einen „bilateralen Sachverhalt“ handele, keine Auskunft geben.

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Reaktion seitens der USA noch offen 

Am Montag, berichtete US-Außenminister Rex Tillerson auf dem Forum des Verbandes Südostasiatischer Nationen, kurz ASEAN, er habe dem russischen Außenminister Sergei Lawrow wissen lassen, dass „die Einmischung bei Wahlen mit Sicherheit ein ernsthafter Vorfall sei“.

Tillerson fügte hinzu, dass die USA noch keine Entscheidung darüber getroffen hätten, wie man auf die Forderung Russlands, das diplomatische Personal der USA abzuziehen, reagieren wird. Es werde aber  „eine Antwort auf die Angelegenheit bis zum 1. September“ geben.

„Wir haben unsere Differenzen, wir müssen auch weiterhin einen Weg finden, um diese zu adressieren“, betonte er.

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