Rumänien nutzt EU-Gelder, um Bukarester Hotel zu modernisieren

-A +A

Die Region Bukarest-Ilfov nutzt EU-Gelder, um ihre Tourismus-Infrastruktur zu entwickeln und ihre Attraktivität für Geschäftsreisende in der Landeshauptstadt zu erhöhen. EurActiv Rumänien berichtet.

Wie gibt ein Land wie Rumänien das Geld, das es durch die Strukturfonds von der Europäischen Union erhält, aus?

Ein konkretes Beispiel kann im Geschäftsviertel von Bukarest gefunden werden. Dort fließen 1,8 Millionen Euro an EU-Geldern in die Erweiterung und Modernisierung eines Hotels ein.

Der Besitzer des „Hotel Criss“ ist Radu Antonie. Sein Projekt ist die erste tourismusbezogene Investition, die für eine Mitfinanzierung durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in der Region Bukarest-Ilfov zugelassen wurde. Die Region ist die Hauptdrehscheibe der wirtschaftlichen Aktivität in Rumänien und hat über 2,5 Millionen Einwohner.

Das Projekt, das insgesamt etwa 4 Millionen Euro kosten soll, umfasst die Renovierung und Modernisierung des gesamten Hotels und die Erhöhung seiner Kapazität durch den Anbau zusätzlicher 77 Zimmer, sowie von Tagungsräumen, einem neuen Restaurant und einem Fitness-Raum.

Die Erweiterung und Renovierung eines privaten Hotels mit Hilfe öffentlicher Gelder mag zuerst als überraschend erscheinen.

Antonie ist jedoch zuversichtlich, dass sein Hotel am richtigen Standort liegt, um in neue Tourismus-Infrastruktur zu investieren. Ganz in der Nähe des Hotels gebe es ein hoch entwickeltes Gewerbegebiet mit Hunderten von Büros und Gewerbeflächen. Antonie erklärte, dass Geschäftsreisende nahe an ihrer Unterkunft bleiben und nicht die Stadt besuchen wollten.

Die Nachfrage nach Zimmern entwickele sich stetig, auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise. Die meiste Zeit über sei das Hotel voll belegt und Kunden zögen es vor, sogar während Bauarbeiten zu bleiben, sagte der Besitzer EurActiv Rumänien gegenüber.

Eine spanische Firma ziehe aus dem Projekt auch Nutzen, da sie für die derzeitigen Bauarbeiten verantwortlich zeichne. Die Firma sei sehr seriös und habe Erfahrung in Spanien. Sie komme aus diesem Land mit einer unterschiedlichen Sichtweise, was das Geschäft angehe.

Bedingungen

Dan Nicula, der die regionale Entwicklungsagentur in Bukarest-Ilfov leitet, zufolge, müssten Bewerber eine Reihe an Bedingungen erfüllen, bevor ihre Projekte für finanzielle Unterstützung zugelassen würden. Im Falle des „Hotel Criss“ sei die Entscheidung einer Mitfinanzierung des Projekts erst getroffen worden, nachdem die relevanten Bedingungen erfüllt worden seien.

Zuerst sei das Projekt abgelehnt worden, doch der Leiter habe alle Empfehlungen, die ihm seitens der Agentur gemacht wurden, befolgt, und sich erneut mit einer besseren Planung des Projekts beworben, so Nicula.

Nach dem Ende der Bauarbeiten wird das Projekt zur Schaffung von 30 zusätzlichen langfristigen Arbeitsstellen im Hotel führen. Dies sollte auch bedeutsame indirekte Vorteile für die Wirtschaft des gesamten Gewerbegebiets bringen, da das Hotel die Gegend für Geschäftsleute und Investoren attraktiver machen wird.

Auf die Frage nach den wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen des Projekts sagte Nicula, diese könnten nur langfristig ordentlich bewertet werden, „einige Jahre nach dem Ende der Investitionen“.

Tourismus: wichtig für Rumäniens Wachstum

Von den mittelalterlichen Städten Transsylvaniens zu den Strandressorts an der Küste des Schwarzen Meeres fehlt es Rumänien sicherlich nicht an Reisezielen, die Touristen anlockten.

Rumänien befand jedoch, dass es ihm an den Einrichtungen für Geschäftsreisende, die nicht nur für Familien geeignet seien, fehle.

Im 21. Jahrhundert erwarten Geschäftsreisende eine gute Infrastruktur, wo auch immer sie hinfahren. Dies beinhaltet Hotels von hoher Qualität mit umfassender Ausstattung, von Zimmern mit Bad zu WLAN. Jegliche Region, der es an solchen Einrichtungen fehlt, wird es sehr schwierig finden, in der globalisierten Wirtschaft um Geschäft konkurrieren und Investitionen anzuziehen.

Um den Tourismus als bedeutsam für das Wirtschaftswachstum anzuerkennen, ernannte die rumänische Regierung die nachhaltige Entwicklung und die Förderung des Tourismus als eine der sechs Prioritätsachsen für sein regionales Arbeitsprogramm (ROP). Die EU hat versprochen, während der laufenden Periode (2007-2013) durch den EFRE 3,7 Milliarden Euro zu diesem Programm beizutragen.

Unter dem Siebenjahresplan sind insgesamt 559 Millionen Euro für die nachhaltige Entwicklung und die Förderung des Tourismus in ganz Rumänien bereitgestellt. Dieses Geld sollte zum Beispiel genutzt werden, um die Qualität der Unterkünfte und der Tourismusinfrastruktur zu verbessern. Dies wird als ein Weg betrachtet, die Arbeitsplatzbeschaffung und das nachhaltige Wirtschaftswachstum zu erleichtern.

Für die Zwecke des ROP ist das Land in acht Regionen unterteilt. In jeder Region existiert eine regionale Entwicklungsagentur, die Projektvorschläge betrachtet, mit Bewerbern kommuniziert und Entscheidungen darüber trifft, wie und wo das Geld ausgegeben wird.

Während der laufenden Periode (2007-2013) wird es erwartet, dass Rumänien eine Summe von insgesamt 19,7 Milliarden Euro an EU-Geldern durch die verschiedenen Strukturfonds erhält. Das meiste Geld soll für Projekte, die zum Wirtschaftswachstum und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen sollen, genutzt werden. Dies stimmt mit den so genannten Lissabonzielen überein.

Die Hauptprioritätsbereiche sind unter anderem: die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Investition in Forschung und Innovation, Ausbildung und Bildung, Unterstützung für KMU, die soziale Integration von unterprivilegierten Gruppen, die Verbesserung der Umwelt und die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien.

Positionen: 

Zeitplan: 

Links: 
Anzeige