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Das in Südfrankreich geplante ITER-Projekt ist unerschwinglich und nicht funktionstüchtig, sagt nicht irgendwer, sondern der Physik-Nobelpreisträger Georges Charpak. Fotos: ITER/wiki.

Das in Südfrankreich geplante ITER-Projekt ist unerschwinglich und nicht funktionstüchtig, sagt nicht irgendwer, sondern der Physik-Nobelpreisträger Georges Charpak. Fotos: ITER/wiki.

Aktuell - Dienstag 10 August 2010 - Energie und Klimaschutz

Harte Kritik an Kernfusions-Projekt

Nobelpreisträger fordert Ende für ITER

Europa hadert weiter mit dem teuersten Energieprojekt der Geschichte, dem Kernfusionsreaktor ITER in Frankreich. Ausgerechnet ein Phsyik-Nobelpreisträger rät nun dazu, das "pharaonische" Vorhaben zu stoppen.

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Französische Wissenschaftler fordern das Ende des Kernfusionsprojekts ITER. Der Physik-Nobelpreisträger Georges Chapak und weitere namhafte Wissenschaftler warnen in der Zeitung Opens external link in new window"Libération" (Dienstagsausgabe), die Verdreifachung der ITER-Kosten würde andere wichtige Forschungsprojekte in Europa gefährden. Man solle zugeben, dass das "pharaonische" Projekt die Erwartungen nicht erfüllen werde. Der geplante Versuchsreaktor sei "unerschwinglich und nicht funktionstüchtig". Die Forscher zweifeln die technische Umsetzbarkeit des Projektes an. Von einem Prototyp für ein Kraftwerk sei man weit entfernt.

Chapak forschte 32 Jahre am Kernforschungszentrum CERN in Genf.

Der "International Thermonuclear Experimental Reactor" (ITER) im südfranzösischen Cadarache soll die Energieerzeugung mittels der Verschmelzung von Atomkernen erproben. Der EU-Kommission zufolge bietet die neue Technik die "Aussicht auf eine schier unerschöpfliche Quelle für sichere und saubere Energie". Kritiker wie der Kernphysiker Heinz Smital bezweifeln, dass die Technologie je für die kommerzielle Stromerzeugung nutzbar sein wird. Die Politik versenke "sinnlos" Geld in einer Technologie, die ihre Verheißungen nicht erfüllen könne, so Smital im Opens external link in new windowInterview mit EurActiv.de. Auch die Grünen forden ein sofortiges Ende des Projekts.

Anfang August wurden die Baumaßnahmen wieder aufgenommen (Opens external link in new windowVideos).

Projektträger sind neben der EU die USA , China, Russland, Japan, Indien und Südkorea. Die Partner haben jüngst auf die weitere Finanzierung des Fusionsreaktors geeinigt, dessen Kosten weit höher liegen als ursprünglich angenommen. 

Die EU will bis zu 6,6 Milliarden Euro investieren. Zunächst waren nur 2,7 Milliarden Euro veranschlagt. Ungenutzte EU-Mittel und Gelder aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm sollen die zusätzlichen Kosten abdecken (Opens external link in new windowEurActiv.de vom 20 Juli 2010). Erste Versuche sollen Ende 2019 stattfinden, was eine Verzögerung von gut einem Jahr bedeutet.

awr

Mehr zum Thema

EurActiv.de: Opens external link in new windowHarms: ITER-Rat in der "Welt des Surrealen" (29 .Juli 2010)

EurActiv.de: Opens external link in new  windowITER - "Kernfusionsforscher blenden die Politik" (15. Juni 2010)

 

Links / Dokumente / Download

 
EU-Kommission:
Opens external link in new windowKommission schlägt Finanzierungsplan für ITER vor. Pressemitteilung (20. Juli 2010)

EU-Kommission:
Opens external link in new  windowITER: aktueller Stand und Zukunftsperspektiven. Mitteilung (4. Mai 2010)

Rat: Opens external link in new  windowTagung des Rates Wettbewerbsfähigkeit (Binnenmarkt, Industrie und Forschung) (26. Mai 2010)

ITER: Opens external link in new windowInternetseite

bundeskanzlerin.de: Opens external link in new windowVideoblog zur Kernfusion - "Die Zukunft der Energie" (30. Januar 2010)

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