Keine Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck bis 2013

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Das Flüssigkeiten-Verbot wird Fluggäste noch bis 2013 nerven. Danach soll diese Schikane ersetzt werden durch Hightech-Scanner, die Flüssigsprengstoff identifizieren können. Foto: dpa

Flugpassagiere müssen weiterhin ihre Wasserflaschen und Spraydosen vor der Kontrolle wegwerfen. Ab 2013 sollen moderne Scanner Flüssigsprengstoff am Flughafen erkennen und das Verbot somit überflüssig machen. Der Flughafenverband bezweifelt allerdings, dass die Technik bis dahin ausgereift ist.

Fluggäste können womöglich von April 2013 an wieder Getränke, größere Cremetuben oder Shampooflaschen im Handgepäck transportieren. Auf diese Forderung einigten sich gestern Vertreter der EU-Regierungen und der Kommission im EU-Luftsicherheitsausschuss.

Die Kommission hatte in einem ersten Entwurf vorgeschlagen, das Verbot in drei Stufen bis 2014 zu verlängern. Bis dahin sollten moderne Scanner an den Flughäfen installiert werden, die Flüssigsprengstoff erkennen können. Deutschland und andere Länder hatten sich gegen ein festes Datum und auch die Unterscheidung zwischen großen und kleinen Mitgliedsstaaten gesperrt.

Die seit 2006 gültige Verbotsregelung sollte ursprünglich im April 2010 auslaufen. Die Mitgliedsstaaten und die EU-Gremien waren sich aber einig, dass das Verbot verlängert werden sollte. Nach dem gestern gefundenen Kompromiss wird das Verbot für Flüssigkeiten im Handgepäck wohl im April 2013 fallen. Schon von April 2011 an sollen Transitpassagiere aus Nicht-EU-Staaten, die im Duty-Free-Shop eingekauft haben, Flüssigkeiten dabei haben dürfen.

Die Kommission muss jetzt einen neuen Vorschlag ausarbeiten. Der gilt als angenommen, wenn er nicht durch die Regierungen mit qualifizierter Mehrheit und vom Europaparlament mit einfacher Mehrheit abgelehnt wird.

Kritik der Flughafenbetreiber

Der Flughafenverband ADV warnte davor, die Flughafenbetreiber zu verpflichten, 2013 eine möglicherweise unausgereifte Technik einzuführen. "Den Preis werden die Passagiere über signifikant steigende Luftsicherheitsgebühren und die Flughafenbetreiber über eine gegebenenfalls weitere Verlangsamung der Prozesse an den Kontrollstellen zahlen müssen", kritisierte der ADV.

Hintergrund der 100-Milliliter-Regel

Die EU hatte die Mitnahme von Flüssigkeiten im Jahr 2006 massiv eingeschränkt, nachdem die britische Polizei am Londoner Flughafen Heathrow Terroranschläge auf US-Flugzeuge vereitelt hatte.

Seither dürfen Passagiere in der Regel maximal 100 Milliliter pro Packung oder Flasche an Bord mitführen. Außerdem darf die Gesamtmenge der Flüssigkeiten einen Liter nicht überschreiten und muss in einem durchsichtigen und wiederverschließbaren Beutel verstaut sein. Babynahrung und Medikamente sind in der Regel von dem Verbot ausgenommen.

mka/dpa

Dokumente

ADV: Kritik an der Aufhebung des Flüssigkeitsverbots (20. November 2009)

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